Samstag, 31. März 2012

Quäker der Woche (14): James Nayler


Neben George Fox (1624-1691), William Penn (1644-1718) und Robert Barclay (1648-1690) zählt James Nayler zu den bedeutendsten Quäkern der ersten Generation.
source: wikimedia
Nayler: für viele der Skandal-Quäker aller Zeiten, für Historiker eine ernstzunehmende Gestalt.


Geboren wurde er ...

Sonntag, 25. März 2012

und schon wieder: ein Quäker-Roman: Marcel Theroux

Tatsächlich, die Quäker eigenen sich anscheinend zur Romanvorlage. Wer Zeit und Lust hat, kann jetzt auch hier hier schmökern:

Marcel Theroux
Weit im Norden. Roman.
Verlag Heyne. 2011, 450 Seiten, 14,-€

Quäker-Buddhismus



Im Sein sein - 
danach streben Quäker und Buddhisten gemeinsam.

Bei meinem letzten Aufenthalt in Woodbrooke (Birmingham) hatte ich die Gelegenheit, etwas mehr über Quäker-Buddhismus zu hören. Wer sich für dieses Thema interessiert, dem kann ich zumindest drei gelungene Beiträge zur Lektüre empfehlen:

Gedanken von Ernst Dahme zum Quäkersein

Auf der Berliner Quäkerseite ist jetzt ein Beitrag von Ernst Dahme  unter dem Titel "Gedanken zum Quäkersein" erschienen, der bereits im Netz kommentiert wurde. Den Text möchte ich ausgesprochen empfehlen. Es sind schöne, nachdenkliche Worte, und es bleibt zu hoffen, dass einige Zitate davon in "Unser Buch" übernommen werden.

Trage Dein Schwert, so lange Du kannst: Spreche diesen Spruch, solange du kannst

Weil es immer wieder in der Zeitschrift „Quäker“ und anderswo auftaucht: Der Spruch: „Trage Dein Schwert so lange Du kannst“ (Wear the sword as long as thou canst) ist kein Originalzitat von George Fox oder William Penn, sondern er eine Erfindung des 19. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit gab es eine starke Strömung, die das pazifistische Element im Quäkertum stärken wollte. J. William Frost, Quäker-Historiker aus den USA hat nachgewiesen, dass Samuel Janney dieses Spruch in einer Penn-Biographie 1852 erstmals einführte.

Quelle: Wikimedia

So könnte es ausgesehen haben, das Schwert von William Penn: Ein Espanda-Zermonienschwert, welches in englischen Adelskreisen des 17. Jahrhunderts gerne getragen wurde.

Quäkerin der Woche (13): Ann Lee


Ann Lee war die Gründerin der „Shaker“, die man heute noch für ihre schlichten Möbel oder für ihre wilden Tänze kennt. Weniger bekannt ist, dass Ann Lee aus einer Quäkerfamilie stammt – ihre Leidenschaft für den Tanz wurde ihr zum Verhängnis.


Mittwoch, 21. März 2012

Claudia Keller: Sonntags um zehn (!): bei den Quäkern in Berlin

Aufmerksame Leser und fleißige Leserinnen aus der Quäkerszene und Interessierte wissen es natürlich schon längst: es gibt einen kurzen Bericht von der Journalistin Claudia Keller über Ihre Erfahrung bei einer sonntäglichen Andacht (Tagesspiegel Berlin).
Im Großen und Ganzen sicher kein weltbewegendes Thema, und auch der Anlass bleibt irgendwie unklar - so wollte ich nicht näher darauf eingehen, zumal schon zwei andere Blogs darüber berichtet haben. Bis mir doch noch ein kleiner, aber möglicherweise folgenreicher Fehler aufgefallen ist: Die sonntägliche Andacht ist Sonntags  um 11 Uhr, und nicht um 10 Uhr. Falls also doch jemand aufgrund des Artikels die Berliner Quäkergemeinde aufsucht, sollte er dies bitte beachten.

Sonntag, 18. März 2012

Henriette Klingmüller feiert ihren 100. Geburtstag

Zum Geburtstag der Quäkerin Henriette Klingmüller schrieb der  Mannheimer Morgen eine kurze Meldung, unter dem Titel: Glücklich im Hier und Jetzt.

Gruselgeschichte mit Quäkern - wahr oder erlogen?

Man findet alles - nur suchen muss man es. Wer einmal eine Quäker-Gruselgeschichte lesen möchte, kommt hier auf seine Kosten:

Bestand der Quäker-Bibliothek Berlin


Bestand der Bibliothek der Religiösen Gesellschaft der Freunde (Quäker), Berlin - deutschsprachig

Vor einigen Jahren hatte ich den Altbestand (bis zum Jahr 2000) der Bibliothek der Quäker in Berlin (Planckstraße 20) verzeichnet. Man findet hier sicher die eine oder andere Rarität, die es in ganz Berlin, vielleicht auch in ganz Deutschland, nur hier gibt. Neben diesen Titeln existiert noch eine stattliche Anzahl englischsprachiger Bücher und Hefte, die irgendwie mit dem internationalen Quäkertum in Verbindung stehen: entweder geht es inhaltlich um Quäker, oder der/die Autoren waren Quäker. Früher war das Auffinden und Benutzen eine elende Prozedur, fast, als würde man sich für eine Arkangesellschaft interessieren. Inzwischen hat sich, vor allem Dank der Digitalisierung, vieles (nicht alles) vereinfacht. Einige der hier verzeichneten Texte sind schon digitalisiert erhältlich, und viele andere können auch in anderen Bibliothekskatalogen online recherchiert werden, etwa:
für Süddeutschland: swb
für Brandenburg: kobv
für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein: GBV

wichtig: neben Berlin gibt es auch in Bad Pyrmont eine Quäker-Bibliothek, über deren Bestand man sich HIER informieren kann.

Samstag, 17. März 2012

Quäker der Woche (12): Francis Howgill


Francis Howgill, geboren 1618 in Todthorne (bei Grayrigg, Westmorland), zählt zu den wenigen ersten Quäkern, die eine Universität besucht hatten. Er hatte Theologie studiert und diente der anglikanischen Kirche als Priester. Nachdem er in seinem bisherigen Leben nur Eitelkeit, Verblendung und Hochmut erkannte, wandte er sich den Anabaptisten zu. Um 1652 stand er einer Gemeinde in der Grafschaft Yorkshire vor und predigte in Colton (Lancashire). Er war jedoch auch bei den Independenten und den Seekern anzutreffen, zu denen er zeitlebens enge Kontakte hielt. Nachdem er im Juni 1652 mit George Fox (1624-1691) zusammentraf, der auf dem Kirchhof seiner Gemeinde nahe Sedbergh predigte, schloss er sich noch 1652 der Bewegung an, die später den Namen Quäker erhalten sollte.

Freitag, 16. März 2012

Vortrag: Quäker und die Rettung vor dem Holocaust (London)

Das Quaker History Meeting - eine Gruppe von Quäker-Forschern in England - hat mich gebeten, auf folgende Veranstaltung hinzuweisen:

Dr. Jennifer Taylor: Work of modest proportion: British Quakers and the Pre-holocaust Rescue of german-speaking Refuges"
Dienstag, 27. März 2012, 16 bis 18 Uhr
Quaker Centre, Friends House, 173 Euston Road, London (nahe U-Bf. Kings Cross).

Mormonen und Quäker: Der Tempelbauer


Source: Wikimedia

Wer derzeit die Nachrichten verfolgt, kommt im US-Wahlkampf kaum um die Mormonen herum. Erst kürzlich las ich in der FAZ folgendes: "Er war ein Junge von vierzehn, als er an einem strahlenden Morgen in den ersten Frühlingstagen in dem kleinen Wäldchen, das Elder Garner mir gleich für einen Spaziergang empfahl, zwei Gestalten von unbeschreiblicher Helle und Herrlichkeit erblickte. Es waren, wie er in seinem Lebensbericht schreibt, der Himmlische Vater und Jesus Christus, sein Sohn. Seit langem von Zweifeln geplagt, welcher Glaubensgemeinschaft er sich anschließen sollte, bat er die beiden um Auskunft. Keiner, bekam er zu hören, denn sie hätten alle unrecht".

Falsch, das ist nicht die Erweckungsgeschichte von George Fox (wie ich anfangs ebenfalls dachte), sondern hier wird von Joseph Smith Jr. berichtet, dem Mormonengründer.

Sonntag, 11. März 2012

Roy Prockter: Klage beim Menschenrechtsgerichtshof in Straßburg

Roy Prockter, Mitglied der Quäkergemeinde in Clacton-on-Sea hatte sich geweigert, Geld weiter zu leiten, das für den Krieg verwendet werden könnte - der ganze Bericht über seine Klage in Straßburg liegt nun Dank einer Übersetzung von Irene Auerbach aus dem  Quaker-Magazin vom 17.11.2011 auch in deutscher Sprache vor.


Robert F. Antoch: Stille Andacht



Das gemeinfreie Projekt "Unser Buch" auf Wikispace, das ich ja hin und wieder nach Kräften unterstütze, hat nun eine schöne Zusammenfassung freigeschaltet, was es mit der "Stillen Andacht" (nicht 'Schweigende' Andacht) eigentlich auf sich hat:

Wir haben uns heute hier zu einer Quäker-Andacht versammelt, in der es uns darauf ankommt, miteinander still zu sein und in dieser Stille Gottes Gegenwart zu suchen. Bitte richten Sie sich darauf ein, ca. 45 Min. zu bleiben.
Die Religiöse Gesellschaft der Freunde, auch Quäker genannt ist eine Gruppe, die im England des 17. Jahrhunderts entstand. Die Grundüberzeugung ist, dass das göttliche Licht, der göttliche Funken in uns wie in allen Menschen lebt. Damit sind alle Menschen gleich und viele von uns engagieren sich ihrem Gewissen gemäß in verschiedenen Projekten.

Quäkerin der Woche (11): Sarah Grubb


Sarah wurde als Tochter von William und Elizabeth Tuke aus York am 20. Juni 1756 ebenda geboren. Sie ist nicht zu verwechseln mit weiteren Quäkerinnen, die den gleichen Namen tragen: Sarah Grubb (1746-1832), geborene Pim, verheiratet mit John Grubb, Sarah Grubb of Sudbury, geb. Lynes (1773-1842), verheiratet mit John Grubb (1766-1841), Sarah Grubb (1781-1855), verheiratet mit Francis Davis (1777-1863) und Sarah Grubb (1846-1932), verheiratet mit Stanley Pumphrey (1837-1881). Zusammen mit den beiden erstgenannten wird Sarah Grubb aus York zu den „drei Sarah Grubbs aus Clonmel“ gerechnet.


Ihre Mutter verstarb, als Sarah Grubb gerade vier Jahre alt geworden war. Mit neun Jahren wurde Esther Tuke (1727-1794) ihre Stiefmutter. 1772 pflegten die beiden Frauen den sterbenden John Woolman (1720-1772), der auf dem Sterbebett an Sarah Tuke folgende Worte richtete: „My child, thou seems very kind to me, a poor creature. The Lord will reward you for it“ (Skidmore, Grubb, 1998, S. 26).

Und erneut: Zeitzeugin Gisela Faust berichtet

Kaum ein Monat vergeht, ohne dass nicht Zeitzeugin Gisela Faust in Berlin an Schulen, Kirchen, Bildungseinrichtungen über die Quäker berichtet. Man kann das nur begrüßen, denn so kommen Menschen mit dieser Religionsform einmal in Berührung, und erlebte Geschichte hat immer ihren besonderen Reiz.

Freitag, 9. März 2012

Quäkerbibel entdeckt!

Ich wusst seit etwa drei Jahren, dass sie irgendwo noch existieren müsste: die altehrwürdige Quäkerbibel der Gruppe Minden. Nach Reisen ins ostwestfälische Land, zahlreichen E-Mails und Telefonaten ist sie nach gut hundert Jahren wieder aufgetaucht:


Veranstaltung 30.5.2012: Politisches Handeln und die Praxis der Achtsamkeit.

Bis vor wenigen Minuten war ich noch auf der Protestveranstaltung gegen die Verabschiedung "unseres" ehemaligen Bundespräsidenten, Christian Wulff. Obwohl wir in Deutschland unter keiner Militärdiktatur leben müssen, spielt bei solch merkwürdigen, nächtlichen Feierlichkeiten immer die Bundeswehrkapelle auf. Warum, handelt es sich doch um ein ziviles Amt?
Andere Quäker aus Berlin habe ich auf dieser Veranstaltung gegen Militarismus nicht gesehen - aber es war sehr gedrängt, und vielleicht hat sich ja das ein oder andere Mitglied noch vor das Bellvedere gewagt. Nunja, ein "stiller" Protest war es heute auch nicht gerade...

Als ich nach Hause kam, fand ich einen Hinweis von Wolfgang Hertle zu einer passenden Veranstaltung im Briefkasten, mit der Bitte um Verteilung. Voilà, here we go:


Wir sind eine Gruppe, die politisches Handeln mit der Praxis der Achtsamkeit verbinden möchte

An vielen Orten in der Welt können wir sehen, wohin achtloses Verhalten, Gier und Ignoranz uns bringen kann. Unterdrückung, Ausbeutung und Gewalt gegen Menschen, Tiere und die Natur sind die Folge. Auch das Erkundungsbergwerk in Gorleben ist solch ein Ort. Gleichzeitig gibt es an vielen Orten der Welt Menschen, die sagen: eine andere Welt ist möglich!

Sonntag, 4. März 2012

Quäker-Buddhismus

Es ist mal wieder Zeit, für etwas friedliche Ruhe, Besinnlichkeit, Meditation.

(source wikimedia)

Lassen wir uns inspirieren von den nachdenklichen Worten wahrer Quäker-Meister:


„Seit meiner Beschäftigung mit dem Buddhismus wusste ich, dass es nicht reicht, eine Religion zu studieren, indem man lediglich Bücher über sie liest. Der beste Weg, sie zu verstehen und zu würdigen, ist es, sie zu praktizieren“. (Anthony Manousos)



„Der Buddha sieht den Streit um den rechten Glauben als ein Symptom der Unerlöstheit des Menschen von ichhaftem Dünkel und eigensüchtigem Begehren“ (Eberhard Küttner)


„Ein buddhistisches Bild fällt mir ein, das mir über Jahre hin immer wieder vor mein inneres Auge gekommen ist. Es sagt, wenn ein Mensch eine Treppe hinaufsteigt und dabei jeden Tritt, den er genommen hat, auf seine Schultern lädt, wird er, wenn er oben ankommt, zusammenbrechen. Und dazu füge ich nun: Wenn einer die Stufen, die er genommen hat, hinter sich absägt, wird er niemals oben anlangen. Die Treppe, die er hinter sich lässt, ist auch das Fundament, das ihn auf seinem weiteren Weg stützt und trägt. Dazu muss er ja sagen“. (Heidi Blocher)


„Ich verstehe den ‚Inneren Christus’ des Quäkertums als identisch mit der ‚Buddhanatur’ – denn es läuft eine kreative Kraftlinie durch alle Religionen, selbst durch die primitiven Urreligionen“. (Gertrude Fuchs)

Mareike Jacob verkauft ihre Quäker-Hausarbeit

GRIN, das Portal für alles, was man sonstwo nicht recht veröffentlichen kann, hat mal wieder eine Quäker-Hausarbeit anzubieten. Sie hat den Titel: "Die Quäker in den USA", stammt von 2007, und wurde jetzt ins Netz gestellt. Früher, also in den Anfangs-Jahren von GRIN, gab es die Hausarbeiten von Student zu Student online gratis. 

Clarks - die Schuhe der Quäker.

Simplicity works!  Zu den Clarks-Schuhen, die von Quäkern erfunden wurden, kann man lesen:

"Clarks ist eine internationale Modemarke und Spezialist in Design, Entwicklung und Produktion von qualitativ hochwertigen, modischen und tragbaren Schuhen. Menschen die Komfort schätzen und in ihrem Kleidungsstil keine Kompromisse eingehen möchten, haben mit Clarks Schuhen die Sicherheit jeden Tag toll auszusehen, sich gut zu fühlen und ihren Füßen Sorge zu tragen. Das Stammhaus C. and J. Clark Ltd ist im 11.000-Einwohner-Städtchen Street in der Grafschaft Somerset (England) ansässig. Die Gründung des Unternehmens geht zurück auf das Jahr 1825, als das Quäker-Brüderpaar Cyrus und James Clark in Somerset mit der Herstellung von Schuhen begann".

Quäker der Woche: Samuel Fothergill (10)

Samuel Fothergill wurde als sechster Sohn des John Fothergill und dessen Ehefrau Margaret Fothergill, geb. Hough, am 9. November 1715 in Carr End (Wensleydale, Yorkshire) geboren. Der bekannte Dr. John Fothergill aus London war sein älterer Bruder. Weitere Familienmitglieder standen in hohem öffentlichen Ansehen und waren ebenfalls philanthropisch tätig. Samuel ging in Briggflats (nahe Sedbergh) zur Schule, später in Sutton (Cheshire). Er verlebte dort eine bewegte Jugendzeit, die alles andere als fromm verlief. Weder die Einflussnahme seiner Familie noch die Ermahnungen seiner Glaubensgenossen konnten ihn davon abhalten, mit Gleichaltrigen umherzuziehen und sich dem Müßiggang hinzugeben. Wie mag er sich wohl gefühlt haben, als sein Vater, ein angesehener Quäker, sich folgendermaßen von ihm verabschiedete: „And now, my son Samuel, farewell. Farewell. I cannot say that I wish to see you again until you are reborn”?

Donnerstag, 1. März 2012

Veranstaltung Berlin: Frieden in einer krisengeplagten Welt

Halbtageskurs mit G. K. AnandaSonntag, 4. März. Für Quäker besonders geeignet:
Viele Menschen arbeiten hart daran, Konflikte zu beenden oder Konflikte nicht eskalieren zu lassen. Warum? Einerseits weil jeder einen tiefen Wunsch nach Frieden in sich trägt, andererseits weil Krisen und Konflikte scheinbar nicht weniger werden. Wir können täglich beobachten, dass Frieden an so vielen Orten der Welt wenn überhaupt nur sehr schwer herzustellen ist, oder aber sehr, sehr zerbrechlich ist. Es sieht so aus, also ob echter Frieden etwas Utopisches ist und die Ursachen dafür mysteriös.