Sonntag, 11. März 2012

Robert F. Antoch: Stille Andacht



Das gemeinfreie Projekt "Unser Buch" auf Wikispace, das ich ja hin und wieder nach Kräften unterstütze, hat nun eine schöne Zusammenfassung freigeschaltet, was es mit der "Stillen Andacht" (nicht 'Schweigende' Andacht) eigentlich auf sich hat:

Wir haben uns heute hier zu einer Quäker-Andacht versammelt, in der es uns darauf ankommt, miteinander still zu sein und in dieser Stille Gottes Gegenwart zu suchen. Bitte richten Sie sich darauf ein, ca. 45 Min. zu bleiben.
Die Religiöse Gesellschaft der Freunde, auch Quäker genannt ist eine Gruppe, die im England des 17. Jahrhunderts entstand. Die Grundüberzeugung ist, dass das göttliche Licht, der göttliche Funken in uns wie in allen Menschen lebt. Damit sind alle Menschen gleich und viele von uns engagieren sich ihrem Gewissen gemäß in verschiedenen Projekten.

Das Friedenszeugnis ist die die aktive Arbeit für den Frieden. Das soziale Zeugnis ist die Arbeit mit Menschen in schwierigen Lebenssituationen. Wir haben im Nachkriegsdeutschland davon profitiert, das die amerikanischen und britischen Quäker für die deutschen Kinder die Quäkerspeisung organisiert haben. Deutsche Quäker engagieren sind im Rahmen der Quäker-hilfe rund um den Globus. Mann und Frau waren schon immer gleichberechtigt und gleichverpflichtet bei den Quäkern.

Was bedeutet uns die Stille?

In der Stille machen wir uns frei vom Druck des Alltags oder des Kirchentags, von der ständigen Überflutung durch Laute, durch Lärm, durch andrängende, aufdringliche Wichtigkeiten.
In der Stille können wir loslassen: unsere Angst, unsere Unsicherheiten, unsere Not, unsere Minderwertigkeitsgefühle, unsere Scham und unsere Schuld und unseren Ehrgeiz. Manchmal ist es auch gut, Freude loszulassen.
In der Stille versuchen wir, die innere Ruhe zu finden, in der wir etwas von der Sinnstiftung in unserem Leben spüren können.
In der Stille können wir uns – auch dann, wenn wir uns fremd sind – finden, uns miteinander in Verbindung setzen und einander begegnen, um einander zum Segen werden zu können.
Der Kern der quäkerischen Andacht ist die Weise, sich dem Göttlichen zu öffnen. Wir finden sie in allen Weltreligionen: tanzend, singend, meditierend oder träumend.
Aber so, wie wir Quäker über das Göttliche keine Glaubensbekenntnisse und keine Dogmen aufstellen, so gilt auch das Schweigen in dieser Andacht nicht absolut: Das Schweigen ist eine Richtlinie, aber kein Gebot.
Es kann vorkommen, dass jemand sich gedrängt fühlt, aus der Gegenwart Gottes heraus etwas mitzuteilen, dann mag er dies in der gebotenen Kürze auch tun. Es wird nicht kommentiert, nicht diskutiert, sondern in der Stille aufgenommen.
Wir werden uns jetzt einer Stillen Andacht von etwa 45 Minuten überlassen. Zum Ende der Andacht werden wir uns schweigend die Hände reichen und uns in dieser Form voneinander verabschieden.


(in dem Eintrag muss es heißen "Das soziale Zeugnis", und nicht "Das soziales Zeugnis" - bitte verbessern!)