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20120222

Quäkerin der Woche (8): Margaret Fell

Margaret Fell war die Tochter von John Askew und Margaret Pyper. Sie wurde 1614 in Marsh Grange (Lancaster, nahe Dalton) geboren.

20131212

Quäker, Alchemist, Kabbalist, Theosoph: Franciscus Mercurius van Helmont (1614-1699)

Franciscus Mercurius van Helmont wurde um 1614 in Vilvoorde bei Brüssel (damals Spanische Niederlande, heute Belgien) geboren. Über seine Kindheit und Jugend wissen wir wenig. Er scheint eine gute schulische Ausbildung erhalten zu haben, zu der auch das Erlernen der Hebräischen Sprache gehörte. Durch das Vermögen seines Vaters war seine finanzielle Unabhängigkeit gesichert. Das leistete jedoch dem Gerücht Vorschub, er beherrsche die Kunst, Gold herzustellen. Auch soll er niemals krank gewesen sein. Wie schon sein Vater widmete er sein Leben der Heilkunst, als Universalgelehrter war er auch an Malerei, Mechanik und vielen anderen Künsten und Wissensgebieten interessiert. Praktisch beschäftigte er sich mit der Behebung von Rückgratverkrümmungen und der Arbeit mit Gehörlosen. Berühmt wurden seine Salben und Mixturen gegen hartnäckige Kopfschmerzen.

                      
                                                                                                         © wikimedia

20120108

Quäker der Woche (2): Christopher Atkinson

Christopher Atkinson stammte aus Kendal, Westmorland, wo er um 1610 geboren wurde. Über seine ersten Jahrzehnte ist nichts bekannt. 1652 wurde er nach einer Begegnung mit George Fox (1624-1691) zum Anhänger der Quäkerbewegung. Bis zu seinem Ausschluss zählte er zu den „Valiant Sixty“, zu den 60 ersten und bedeutendsten Quäkern, die in England für ihren Glauben einstanden, öffentlich Zeugnis ablegten und Verfolgungen zu erleiden hatten.

20120413

Quäker der Woche (16): Robert Rich


Robert Rich, geboren am 16. November 1679 in London, stammte aus einer wohlhabenden Familie mit engen Verbindungen zu adeligen Kreisen. Mit dem gleichnamigen Robert Rich, Second Earl of Warwick (1587-1658), ist er jedoch nicht verwandt gewesen. Seine Bildung war hervorragend, er wusste sich in gelehrten Kreisen ebenso zu bewegen wie in den untersten Schichten der Gesellschaft. Er betätigte sich als Händler wertvoller Kleidungsstücke, sog. „Cavaliersbekleidung“, und tätigte 1651 bis 1652 in London Handelsgeschäfte. Mehrere Schiffe waren sein Eigentum und stellten die Verbindung zu seinen Plantagen auf Barbados und in Neu-England her.

20120331

Quäker der Woche (14): James Nayler


Neben George Fox (1624-1691), William Penn (1644-1718) und Robert Barclay (1648-1690) zählt James Nayler zu den bedeutendsten Quäkern der ersten Generation.
source: wikimedia
Nayler: für viele der Skandal-Quäker aller Zeiten, für Historiker eine ernstzunehmende Gestalt.


Geboren wurde er ...

20170430

Zum Reformationsjubiläum 2017: Martin Luther - George Fox

         Ein Beitrag zur religionsgeschichtlichen Vergleichsforschung:
           Luther und Fox. Luthertum und Quäkertum



                                          Ein methodisches Vorwort: der historische Vergleich                               
Die Geschichte des Luthertums und des Quäkertums fängt an, als diese Begriffe noch gar nicht existierten, denn es ist mit Martin Luther und George Fox im 16. bzw. 17. Jahrhundert zu beginnen. Da die Quäker rund 150 Jahre nach Luther entstanden sind, finden sich schon in ihrer Genese Elemente der Rezeption des Luthertums, was hier etwas näher vorgestellt werden soll.




                                                              Luther (links) und Fox (rechts)


Freilich: Ein Vergleich dieser beiden Personen, und im weiteren Sinne dieser beiden Glaubensgemeinschaften, bringt erhebliche Schwierigkeiten mit sich, da es sich um verschiedene Entstehungszeiten, verschiedene Glaubensformen sowie verschiedene Länder und Sprachen handelt.
Bevor nun ein Vergleich zwischen Luther und Fox vorgenommen werden soll, werden einige Worte über die Methode des Vergleichs vorauszuschicken sein.i In der Geschichtswissenschaft, weniger in der Theologie, aber vermehrt wieder in den Religionswissenschaften, hat man sich intensiv mit Vergleichen im Rahmen der historischen Komparatistik auseinandergesetzt. Seit 1991 gibt es sogar eine Zeitschrift, „Comparativ“, die sich dieser Methode verschrieben hat.
In der modernen Geschichtswissenschaft wurde schon seit Mommsen und Ranke verglichen, wohingegen die wissenschaftliche Reflexion des Vergleichs einhundert Jahre später einsetzte. Man kann also Vergleiche vornehmen und dabei glänzende Ergebnisse erzielen, ohne sich über das Instrumentarium bewusst zu sein, dessen man sich bedient. Erst Otto Hintze und Marc Bloch haben – letztlich ohne Erfolg – in den 1920er Jahren versucht, mit dem Vergleich nationalstaatliche Paradigma zu überwinden, deren Forschungen später von Hartmut Kaelble auf eine europäische Ebene gebracht und weiterentwickelt wurden. Eine bis heute anhaltende Diskussion hat die Vergleichsproblematik in der Zeitgeschichte, entstanden am Diktaturenvergleich des „Dritten Reichs“ mit der DDR, worin es aber weniger um die Methode, sondern um die politische Legitimität von Vergleichen geht.

20120107

Internationale Beziehungen anno dazumal

Wie einigen Lesern ja bekannt sein dürfte, war Friedensthal die einzige Quäkerkolonie, die auf dem europäischen Kontinent existierte. Eine kleine Sensation! Ab 1792 wurde die Kolonie aufgebaut, mit schriftlicher Erlaubnis und handfester Förderung des Landesherrn, Friedrich Karl August von Waldeck-Pyrmont (1743-1812). Straßen, Wohnhäuser und Fabriken entstanden. Ludwig Seebohm (1757-1835), die zentrale Figur der Siedlung, gründete sogar eine Buchpresse, David Frank ließ Eisenwaren herstellen und Theodor Marschhausen stand der ersten deutschen Quäkerschule vor. Man bemühte sich um eine liberale Pädagogik, vertrieb die neuesten Quäkerschriften und Judith Bawier gründete eine moderne Mädchenschule. In Pyrmont baute man ein geräumiges Versammlungshaus – übrigens gar nicht einmal das erste, wie man oft liest, sondern das zweite nach dem in Friedrichstadt von 1678. Bekannte Besucher der Quäkerkolonie waren der Dichter Matthias Claudius (1740-1815), die Prinzessin Louise von Preußen (die bei Seebohm auf einen Kaffee vorbeischaute) und auch Johann Wolfgang von Goethe, der allerdings kein Quäker wurde. Wäre er konvertiert, bräuchte man sich heute über Nachwuchs keine Sorgen machen.

Besuch aus fernen Landen: Quäker ante portas (Museum im Schloss Bad Pyrmont, Bildersammlung)

20120311

Quäkerin der Woche (11): Sarah Grubb


Sarah wurde als Tochter von William und Elizabeth Tuke aus York am 20. Juni 1756 ebenda geboren. Sie ist nicht zu verwechseln mit weiteren Quäkerinnen, die den gleichen Namen tragen: Sarah Grubb (1746-1832), geborene Pim, verheiratet mit John Grubb, Sarah Grubb of Sudbury, geb. Lynes (1773-1842), verheiratet mit John Grubb (1766-1841), Sarah Grubb (1781-1855), verheiratet mit Francis Davis (1777-1863) und Sarah Grubb (1846-1932), verheiratet mit Stanley Pumphrey (1837-1881). Zusammen mit den beiden erstgenannten wird Sarah Grubb aus York zu den „drei Sarah Grubbs aus Clonmel“ gerechnet.


Ihre Mutter verstarb, als Sarah Grubb gerade vier Jahre alt geworden war. Mit neun Jahren wurde Esther Tuke (1727-1794) ihre Stiefmutter. 1772 pflegten die beiden Frauen den sterbenden John Woolman (1720-1772), der auf dem Sterbebett an Sarah Tuke folgende Worte richtete: „My child, thou seems very kind to me, a poor creature. The Lord will reward you for it“ (Skidmore, Grubb, 1998, S. 26).

20120408

Quäker der Woche (15): John Perrot


Viele kennen den Quaker Parrot, doch den Quäker Perrot wohl kaum, obwohl er seine letzten Lebenstage (zufällig?) genau dort verbrachte, wo diese Quäker-Vögel zu Hause sind.

           Source: wikimedia
John Perrot wurde in Waterford (Irland) geboren, sein Geburtsjahr ist unbekannt. Er gilt als ein illegitimer Sohn des Sir John Perrot (um 1527-1592), der wiederum ein illegitimer Sohn des Königs Henry VIII. (1491-1547) gewesen war.

20121231

Vom Islam und der Seelenwanderungs-Lehre: George Keith (1638-1716)

Es ist so gut wie unbekannt, dass die Quäker auch eine islamische Wurzel haben. Ich verdanke den Hinweis auf die folgenden Überlegungen Professor G. Lischke, dem ich zu einem besonderen Dank verpflichtet bin, dass er mich auf diese spannenden Zusammenhänge aufmerksam machte: Ibn Tufail (1105-1185) war Leibarzt und Wesir des Almohaden-Kalifs Abu Jakub Jusuf. Seine Schriften sind leider verloren, mit einer Ausnahme: Den zur Falasafa des Islam gehörenden Romans „Hayy ibn Yaqzan“ (erwähnenswert ist, dass er der Lehrer und Förderer des größten islamischen Philosophen, Abu Walid Ibn Rushd war, dessen Aristoteles-Kommentar bis heute als einer der Besten gilt).

20120114

Quäker der Woche (3): Edward Burrough

Edward Burrough wurde als Sohn des Amtmannes James Burrough um das Jahr 1634 in dem Ort Underbarrow (bei Kendal, Westmorland) geboren. Er hat eine höhere schulische Ausbildung erhalten, und sein Charakter war nach dem Urteil vieler Zeitgenossen früh ausgereift. Vom Elternhaus her war er als Anglikaner aufgewachsen, doch suchte er schon früh verschiedene Konfessionen und Denominationen auf, um eine „Gemeinschaft in der Wahrheit“ zu finden. Zunächst hielt er sich kurzzeitig zu den Puritanern, später zu den Presbyterianern. Im Jahre 1652 hörte er eine Predigt von George Fox (1624-1691) in Kendal, die ihn spontan überzeugte, so dass er sich im Alter von 17 Jahren der Bewegung anschloss, die später den Namen Quäker führte.

20120129

Quäkerin der Woche (5): Mary Dyer

Mary Dyer entstammte der Barrett-Familie zu Quindon (Essex) und wurde wahrscheinlich 1591 in London geboren. Um sie nicht mit der Shakerin Mary (Ann) Dyer zu verwechseln, wird sie Mary Dyer, die Märtyrerin, genannt. Nach einer Legende soll sie eine Tochter einer geheimen Heirat von Arabella Stewart und William Seymour sein, wodurch ihr Thronansprüche nach dem Tode Charles I. (1649) angedichtet wurden. Sie hatte eine gute Ausbildung erhalten und war sprachlich talentiert, ihre Reden und Predigten überzeugten und beeindruckten. Um der außergewöhnlichen Wirkung ihrer Sprachmächtigkeit vorzubeugen, wurde 1660 auf dem Weg zu ihrer Hinrichtung getrommelt, so dass ihre letzte Predigt von niemandem gehört werden konnte.

20140526

"No pain no gain" oder „Ohne Kreuz keine Krone“: dritte Auflage in Vorbereitung


„Ohne Kreuz keine Krone“ ist vielleicht das bekannteste und erfolgreichste Buch von William Penn. Es wurde nicht nur von Quäkern über Jahrhunderte gerne gelesen, sondern auch von vielen Christen anderer Konfessionen. Lange Zeit stand keine deutsche Übersetzung zur Verfügung, bis Olaf Radicke und Claus Bernet eine Studienausgabe gestaltet haben. Nützlich sind vor allem das umfangreiche Register und die Bibelverweise zu den einzelnen Kapiteln.

Das Buch geht nun seiner dritten Auflage entgegen. Ich habe an dem Text und dem Apparat keine Fehler mehr entdeckt, falls aber jemand noch konstruktive Anregungen oder Tipps hat, kann er sich dazu gerne an Herrn Radicke (München) wenden, der die Hauptarbeit an diesem Projekt leistet: briefkasten@olaf-radicke.de

Das „Journal“ (spirituelle Tagebuch) von George Fox, das Buch „Früchte der Einsamkeit“ von William Penn und das Tagebuch von John Woolman waren (und sind) nicht nur im Quäkertum äußerst beliebt, sondern zählen sogar zur Weltliteratur. Sie wurden vielfach aufgelegt und in viele Sprachen übersetzt. Unmittelbar danach, gewissermaßen auf dem undankbaren vierten Platz, folgt schon „Ohne Kreuz keine Krone“.
Ich will im Folgenden der Frage nachgehen, wer diese Schrift aus welchen Gründen übersetzt hat, und anschließend davon berichten, wie „Ohne Kreuz keine Krone“ aufgenommen wurde. Mit großer Sicherheit ist Ludwig Seebohm Übersetzer der Fassung von 1825 (1). Die deutschen Quäker haben diesem Ludwig Seebohm viel zu verdanken. Seebohm ist gewissermaßen eine kleine Ausgabe des großen Penn. Es gibt unzählige Gemeinsamkeiten: Beide waren Kolonisten (Penn gründete einen Staat, Seebohm eine Kolonie), beide waren überzeugte Quäker, beide hielten Mission als Grundvoraussetzung für das Überleben der Gesellschaft, beide haben vielerlei Schriften und Traktate für das Quäkertum verfasst, und beide waren auch leidenschaftliche Prediger.

20120224

Quäkerin der Woche (9): Mary Fisher

Mary Fisher wurde um 1623 in Selby nahe Yorkshire geboren und arbeitete sehr früh als Magd im Hause von Richard und Elizabeth Tomlin(g)son of Selby. Nachdem sie sich seit 1651/52 zu der Quäkerbewegung hielt, wurde sie sogleich für mehr als eineinhalb Jahre zusammen mit weiteren Quäkern in dem Gefängnis zu York festgehalten. Hier schrieb sie ihr erstes und einziges Werk „False Prophets and False Teachers Described“ (1652). Die Schrift ist auch von ihren Mitgefangenen Thomas Aldam, Elizabeth Hooton (um 1600-1672), William Pears, Benjamin Nicholson (gest. 1660) und Jane Holmes unterzeichnet. Unmittelbar nach ihrer Entlassung begab sie sich zusammen mit der Quäkerin Elizabeth Williams 1654 zum Sidney Sussex College in Cambridge, wo beide mit Studenten zusammengerieten. Diese wurden von den Frauen ermahnt, von ihrer hochmütigen Buchgelehrsamkeit abzulassen und sich der Wahrheit zuzuwenden, was die Studenten derart aus der Fassung brachte, dass sie begannen, Mary Fisher zu steinigen.

20120422

Silas Wanjala und seine augenblickliche Quäkerarbeit: ein Interview

Ich bin zurückhaltend, hier auch englischsprachige Meldungen zu bringen - meistens wird solches auf einem deutschen Nachrichtenblog doch nicht gelesen. Jetzt mache ich aber eine Ausnahme. Am 20. April 2012 hat mir Wolfgang Hertle den folgenden Text zugeschickt, den ich für die augenblickliche Arbeit des AFSC überaus informativ halte, und in dem es auch um Deutschland geht. Der Verfasser, Silas Wanjala, lebt augenblicklich in Pendle Hill, einer internationalen Quäkergemeinschaft in Pendle Hill, die ich schon vier Mal besucht habe und wo ich den Verfasser auch einmal persönlich kennen lernen durfte.

Note: The below interview by Silas Wanjala is the first in a series of interviews with Quaker activists.  I define activist in the broadest sense – those working to help to mend and heal the world, to create justice and peace from many vantage points. In order for peace to flourish, it’s my belief that we need many hands working in disparate ways to unravel the net of injustice and weave a web of compassion and love.  - Lucy

by Silas Wanjala

George Lakey is a Quaker activist and expert in nonviolent activism. George is a Visiting Professor and Research Fellow at Swarthmore College and is active in the Earth Quaker Action Team. Over the course of his career, Lakey has led 1,500 workshops on five continents. He has worked with Cesar Chavez in leading strategy workshops for activists; in the Burmese jungle he taught the theory of nonviolent struggle to pro-democracy students in a guerrilla encampment; and preceding the 1994 elections in South Africa, he co-led peacekeeping workshops with African National Congress members and others in skills of nonviolent intervention.

20120104

Deutsche Quäker und Pressefreiheit 1930

Kunst und Quäker interessieren. Jetzt hat mich Dr. Horst Sebastian angeschrieben, der über den Prozess arbeitet, der gegen George Grosz geführt wurde.

20120430

Herrnhuter Brüdergemeine und Quäker: Tierschutz im 19. Jahrhundert

Tierschutz ist eines der Anliegen, welches sowohl die Quäker als auch die Herrnhuter Brüdergemeine beschäftigte.

Das Eintreten der Quäker für den Tierschutz belegt diese schöne Zeichnung von 1841: Eine Gruppe Schaulustiger beobachtet einen Hahnenkampf, der Quäker steht missbilligend abseits.

Ludwig Nikolaus von Zinzendorf, der Gründer der Brüdergemeine, lebte von 1700 bis 1760. Er wurde in Sachsen geboren und in Halle an der Saale ausgebildet. Ab 1722 errichtete er mit böhmischen Glaubensflüchtlingen die pietistische Siedlungsgemeinschaft Herrnhut, von der aus weitere Siedlungen gegründet wurden. Die politische Situation in der Mitte des 18. Jahrhunderts und die spezifische Frömmigkeit der Herrnhuter, die sich an der liebenden Herzensneigung zu Christus maß, ließen die Brüdergemeine mit eigener Verfassung, Synode und Kirchenleitung zur evangelischen Freikirche außerhalb der lutherischen Kirche werden.

Quäkerin der Woche (18): Martha Simmonds


Martha Simmonds wurde im Januar des Jahres 1624 in der Gemeinde Mere (Somerset) als Tochter von George und Elizabeth Calvert geboren. Am 28. Januar 1624 wurde sie getauft. Giles Calvert (1612-1663), ein Buchdrucker der Quäker, war ihr älterer Bruder. Marthas Ehemann Thomas Simmonds arbeitete ebenfalls als Buchdrucker und verlegte die Schriften seiner Frau. Ab den frühen vierziger Jahren lebte sie mit ihrem Ehemann in London. Bereits im Jahre 1654 bekannte sich Martha Simmonds in London öffentlich zum Quäkertum, nachdem sie vierzehn Jahre auf der religiösen Suche gewesen war. Während des Jahres 1655 reiste sie in Begleitung von James Parnell (Parnel) als Predigerin in Ostengland umher. Um ihrem Schmerz über die Sünden der Menschheit und über die Gefangenschaft vieler Quäker Ausdruck zu verleihen, kleidete sie sich zeitweise mit einem Sack, streute Asche über ihr Haupt und trug keine Schuhe mehr.

20130425

Der Theologe Samuel Fisher (1605-1665)

Der Quäker Samuel Fisher ist nicht zu verwechseln mit einem Namensvetter, Samuel Fisher (1742-1803), einem Baptistenprediger aus Norwich. Samuel Fisher aus Northampton (der spätere Quäker) wurde ebenda am 9. Dezember 1605 getauft. Sein Vater John Fisher unterhielt ein Handelsgeschäft für Hüte. Sein Studium schloss Samuel Fisher 1627 mit einem Bakkalaureat an der Universität von Oxford, Trinity College, und einem Magister an der New Inn Hall drei Jahre darauf ab. Im Jahre 1627 war Fisher vom Bischof zu Peterborough ordiniert worden. Fisher wurde zunächst Kaplan bei einem adeligen Puritaner. Nach einer weiteren Priesterweihe 1643 bei den Presbyterianern wurde er Priester in der Gemeinde Lydd (Grafschaft Kent). Jährlich verdiente er zweihundert Pounds - für damalige Verhältnisse ein kleines Vermögen.

20140526

Ein Brief von George Fox an die Bürger der Stadt Hamburg (1679)

                            Hamburg in der zweiten Hälfte des 17. Jhdts., source wikimedia

1679 war die Hansestadt Hamburg von Bürgerunruhen betroffen, an denen orthodoxe Geistliche mit zum Teil widersprechenden Interessen beteiligt waren. Mitten in diese Unruhen hinein erreicht die Bürger auch noch ein „Warnbrief“ des Quäkers George Fox. Dieser Brief hat den Titel „Eine Warnung an die Obrigkeit, Prediger und das Volck der Statt Hamburg. Auf daß sie nicht hoffärtig seyn, sondern sich für (vor, C.B.) dem Herrn demütigen mögen“.
Die Entstehungsgeschichte ist kompliziert; ich habe sie 2002/2003 zusammen mit Annette Fricke (Lünen) zu rekonstruieren versucht. Der daraus entstandene Fachbeitrag konnte dann einige Jahre später in der „Zeitschrift für Religions- und Geistesgeschichte“ erscheinen (Band 58, Heft 1, 2006, S. 62-66.

Interessierte können ihn hier lesen.