Montag, 31. Dezember 2012

Manfred Pollatz und sein Engagement für Juden

Bislang wurden gerade einmal vier deutsche Quäker in Yad Vashem als „Gerechte unter den Völkern“ geehrt. Es handelt sich um Gertrud Luckner 1966, Elisabeth Abegg 1967 sowie Gerhard und Ilse Schwersensky 1985. Natürlich habe noch weitere Quäker während des Dritten Reiches Juden geholfen, doch das Antragsverfahren in Yad Vashem ist, aus guten Gründen, langwierig und kompliziert. Manfred Pollatz könnte durchaus der nächste sein, dem so eine Ehrung zu Teil wird. 
Verdient hätte er sie ohne Zweifel, denn ab 1934 hat er im holländischen Haarlem mehrere Juden gerettet, was ihn schließlich in das KZ Dachau brachte. Siehe dazu die sorgfältigen und engagierten Pollatz-Forschungen von Isobel Wijnberg auf Haarlem Website Koninginnebuurt

Aus vielleicht drei Gründen ist die Beschäftigung mit Manfred Pollatz auch heute noch lohnend:

-er war ein bedeutender Reformpädagoge, der in Dresden-Hellerau wirkte, u.a. zusammen mit Elisabeth Rotten.
-er zählt zu den „Gründervätern“ der Deutschen Jahresversammlung, für die er die Dresdner Andachtsgruppe aufbaute.
-er war ein bekennender Antifaschist, der in Holland zahlreichen Verfolgten half.

Das ehemalige Haus der Familie Pollatz in der Königsbrücker Landstraße in Dresden-Klotzsche. Im ersten Stock links konnte ich die Räumlichkeit ansehen, in dem bis 1934 die Andachten der Quäker gehalten wurden - er ist nahezu unverändert.

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