Sonntag, 13. Mai 2012

Neues zum „Rest-Home“: Hilfe für Opfer der NS-Diktatur 1933-1939 in Deutschland

Einer meiner ersten Beiträge zur Quäkerforschung war eine Arbeit zum „Rest-Home“, der 1999 abgeschlossen wurde und dann 2004 in der Zeitschrift „Exil. Forschung – Erkenntnisse – Ergebnisse“ (24, 2, 2004, S. 75-81) abgedruckt wurde. Seitdem habe ich mancherlei Korrespondenz und Gespräch geführt und konnte in minutiöser Kleinstarbeit in den letzten zehn Jahren eine ganze Reihe weiterer Personen ausfindig machen, die als Gäste des Rest-Home Hilfe erhalten haben. Noch 2007 schrieb mir der Königsteiner Heimatforscher Hermann Groß: „Sie wissen selbst am Besten, wie wenig hierüber bisher nach über 70 Jahren bekannt ist“. Dem kann man nur zustimmen. Ich hoffe aber, Stück für Stück, immer mehr Licht in diese faszinierende Rettungsgeschichte bedrohter Menschen zu bringen. Die neuen Erkenntnisse der letzten Jahre sind nun hier eingearbeitet worden, auch wenn noch lange nicht alles rekonstruiert ist, man vielleicht auch nicht alles an oder über diese Geschichte rekonstruieren kann. Dennoch halte ich die Geschichte um das Rest-Home für ein überaus wichtiges Thema nicht nur in der Quäkergeschichte, sondern auch in der breiteren, allgemeinen Geschichte: Widerstand gegen den Nationalsozialismus hat es von Anfang an gegeben, und das Rest-Home belegt, was möglich war, wenn man Mut und Weitsicht besaß.

Bevor es jetzt gleich losgeht, noch eine Bitte: wer noch von weiteren Personen weiß, die das Rest-Home besucht haben, sollte mit mir Kontakt aufnehmen: quaker(at)bernetc.com

1933 – Die Engländer sind auf dem Posten

In Deutschland gründete sich 1925 die „Religiöse Gesellschaft der Freunde“, kurz Quäker. Die Gründung erwuchs damals aus der Hilfstätigkeit amerikanischer und britischer Quäker, die nach dem Ersten Weltkrieg die sogenannte „Quäkerspeisung“ durchgeführt haben. Von Juli 1921 bis Oktober 1925 wurden mehrere Millionen Menschen, hauptsächlich Kinder, mit einer warmen Mahlzeit täglich versorgt. Der Kontakt zwischen den deutschen und ausländischen Quäkern blieb seitdem eng und war die entscheidende Voraussetzung für verschiedene Hilfsprojekte der Quäker in den Jahren des NS-Regimes.
Die Machtübernahme Adolf Hitlers im Jahre 1933 war nicht, wie man gelegentlich liest, unter den Quäkern ein „Schock“, sondern wurde zunächst nur von einigen weitsichtigen Mitgliedern mit Sorge beobachtet. Andere Mitglieder waren politisch gar nicht interessiert oder erhofften sich vom Nationalsozialismus eine Stärkung der Mittelschicht, der viele Quäker angehörten. Vornehmlich im Ausland gab es Befürchtungen, und einige englische Quäker entschlossen sich, mehr über die tatsächlichen Verhältnisse in Erfahrung zu bringen. Damals gab es noch kein Internet, und von daher war es viel beschwerlicher, sich über einen Sachverhalt zu informieren. Von London aus begaben sich damals Bertha Bracey (1893-1989) und William Hughes (1880-1966) auf eine Besuchsreise in das Deutsche Reich, um Informationen aus erster Hand zu bekommen.[1] Wohl schon in Deutschland wurde Bracey dazu angeregt, eine Art Erholungsheim, Hotel oder Ferienlager für Verfolgte des Naziregimes einzurichten. Nach ihrer Rückkehr wurde diese Unternehmung zu einer Aufgabe, die sie und viele englische und amerikanische Quäker viele Jahre erfüllte; während viele deutsche Quäker, die die Notwendigkeit einer solchen Einrichtung nicht sahen oder sehen wollten, nur am Rande beteiligt waren. Insofern ist die Geschichte des Rest-Home eigentlich Teil der angloamerikanischen Quäkergeschichte, und bislang haben auch überwiegend angloamerikanische Autoren zu diesem Thema gearbeitet.



Die Gründung des Rest-Home in Falkenstein: ein Frauen-Projekt für Männer

Am 7. April 1933 hatte sich in London das Germany Emergency Committee (GEC) konstituiert, in dem Bertha Bracey und ihre Kollegin Helen Dixon (1865-1939) in leitender Funktion mitarbeiteten. Letztere trug bis 1935 für die Finanzierung des Rest-Home die Verantwortung, indem sie in England unter Quäkern Gelder aufbrachte, meist durch Sammlungen. Jährlich wurden über fünfhundert Pfund benötigt, um die Einrichtung am Laufen zu halten.[2] Monatlich kostete die Einrichtung 60 Pfund.[3] Nach 1935 wurde das Rest-Home von dem „Germany and Holland Committee of the F.S.C.“ getragen.[4] Weitere Helferinnen waren Marion Fox und Elisabeth Fox Howard (1873-1957), welche spätere, 1939, die Einrichtung schließen musste, und Rosamund Wallis (1892-1976), die vor allem als Übersetzerin half. Mehrfach arbeiteten in Falkenstein auch Lucy Backhouse, Dorothy Henkel und Janet Rawlings.[5]

                                       
Das Rest-Home 1934: Besucher und Betreuer zu einem Fototermin vereint. Auf der Galerie rechts 
Joan Mary Fry.

Die Betreuerinnen wurden damals als „Hausmütter“ bezeichnet, wohingegen mir „Hausmänner“ in den Quellen nicht untergekommen sind. Bekannt geworden ist eine solche Tätigkeit auch von Louisa Jakobi[6] aus Philadelphia und Julia Whitworth (später Carter).[7] Regelmäßige Hausmütter waren auch Lucy Backhouse (geb. Mounsey, 1882-1965) im Pyrmonter Rest-Home, „where her German, her music and her loving spirit was a healing influence“[8], und Margot Pottlitzer-Strauss war Betreuerin in Falkenstein, und später fast jährlich einige Wochen in Bad Pyrmont.[9] Viele dieser Personen haben ihre Lebenserinnerungen niedergelegt, woraus ihre Tätigkeit im Zusammenhang mit dem Rest-Home erst bekannt wurde. Die deutsche Sozialarbeiterin Hertha Kraus (1897-1968), die nach dem 7. April 1933 ihre Arbeit in Köln verloren hatte und sich im November 1933 bereits in den USA befand, war hingegen, trotz anderslautender Behauptungen, an der Gründung und Durchführung des Rest-Home nicht beteiligt.[10]
Im November 1933 wurde in Falkenstein, einem kleinen Ort nahe Königstein im Taunus, ein erstes Erholungsheim durch den englischen Friends Service Council eröffnet. Es war im ehemaligen Hotel Frankfurter Hof (Alt Falkenstein 42) untergebracht. Jean Schmitt, der Betreiber, ermöglichte es, dass die englischen Quäker fünf bis sechs Schlafräume für ihre Gäste und einen Versammlungsraum zu ihrer Verfügung gestellt bekamen. Durch welche Beziehungen Schmitt in Kontakt mit den Quäkern kam und was seine Motive waren, dieses für ihn letztlich lebensgefährliche Projekt zu unterstützen, bleiben weiterhin unbekannt.
Besonders in der Pflicht war aufgrund ihrer räumlichen Nähe die Frankfurter Quäkergruppe, darunter vor allem Leonore Burnitz, die eine Zeit lang auf Falkenstein lebte, um auszuhelfen. Wichtig hinsichtlich der Unterstützung war in Falkenstein vor allem aber die Familie Küchler. Eduard Küchler war 1930 verstorben. Seine Ehefrau Melly Küchler (geb. de Ridder, 1899-1963) verkaufte nach dem Tod ihres Mannes ihre Villa in Königstein und zog 1936 in das nahe gelegene Falkenstein.[11] Sie war das einzige Quäkermitglied, das in Falkenstein dauerhaft seinen Wohnsitz hatte.

                                        
Eine seltene Kostbarkeit ist diese kleine sechsseitige Broschüre, mit der für das Haus geworben wurde.

Hin und wieder arbeiteten auch entfernt wohnende Mitglieder als „Hausmütter“, wie Louise Jacob aus Nürnberg. Bis zur Schließung der Einrichtung 1939 wurde stets darauf geachtet, dass zumindest eine Hausmutter aus England anwesend war.[12] Die Deutsche Jahresversammlung, das zentrale Organ der deutschen Quäker, war an dem Projekt nicht beteiligt, da sie möglicherweise ihre Existenz durch diese praktische Tätigkeit, die leicht zum Konflikt mit dem Regime hätte führen können, nicht gefährden wollte, oder weil an einer solchen Arbeit einfach kein Interesse bestand.Die Betreuerinnen wechselten häufig, und einige, wie Helen Dixon oder Elizabeth Fox Howard, übernahmen mehrmals die Betreuung. So war es für Außenstehende nicht möglich, die Einrichtung mit einer bestimmten Person zu verbinden.[13] Offensichtlich ging die Taktik auf, im entlegenen Taunus das Haus mit „harmlos“ erscheinenden, meist älteren Damen zu betreiben, die aufgrund ihres ausländischen Passes gewisse Privilegien besaßen. Das Rest-Home wurde jedenfalls von der Gestapo nicht besonders beobachtet, was die Quäker allerdings kaum wissen konnten. In Gestapo-Berichten aus den Jahren 1935 über die Verhältnisse der Quäker in Deutschland ist die Einrichtung nicht einmal namentlich genannt, da vor allem die Friedensarbeit, die Verbindungen zur Sozialdemokratie und das internationale Netzwerk der Quäker beobachtet wurden.[14] Lediglich von zwei Gästen wissen wir, dass sie während ihres Aufenthaltes zu einem Verhör bei der Gestapo zitiert wurden.[15] Von den Betreuerinnen wurde Elisabeth Fox Howard einmal auf ihrer Rückreise nach England verhaftet und von Aachen bis nach Berlin zum Verhör gebracht. Helen Dixon musste hingegen der NS-Frauenschaft in Königstein Auskunft über das Rest-Home geben, was sie selbstverständlich nicht tat, sondern den versammelten Nationalsozialistinnen einen gewinnenden Vortrag über die Schönheit der hessischen Bergwelt hielt.[16] Es scheint tatsächlich so gewesen zu sein, dass die Zuhörer wirklich so naiv waren und der Vortragenden Glauben schenkten, was jedoch unter anderen Umständen oder anderem Publikum hätte ganz anders ausgehen können. Nur 1938 gelangte einmal auf nicht mehr nachvollziehbarem Weg eine schriftliche Einladung in das Rest-Home in die Hände der Gestapo, was aber offensichtlich ohne Folgen für die Einrichtung und des Eingeladenen blieb.[17]
Tatsächlich war das Betreiben von Erholungsheimen keineswegs unpolitisch, da hier vornehmlich potentielle Gegner des Regimes wieder gestärkt wurden, um ihre regimekritische Arbeit fortsetzen zu können: „While the Rest-Home focused on rehabilitation and not integration/assimilation, it did provide refugees who wished to emigrate with the physical as well as psychological strenght necessary to proceed with both means of adaption upon leaving the Rest Home’s protective door“.[18] In Falkenstein sollte man eine Zeit der Ruhe und Erholung finden. Es gab täglich eine stille Andacht nach Art der englischen Quäker, gemeinsames Singen und Musizieren, gesellige Abende und anderes an ablenkender Unterhaltung. 
Wichtig waren vor allem die „Einzelgespräche“. Hierbei wurde versucht, die „Gäste“, wie die Hilfesuchenden vom Personal genannt wurden, moralisch wieder aufzubauen. Dabei war es formal untersagt, von Politik zu sprechen[19], wenngleich solches sich in der Praxis wohl kaum unterdrücken ließ. Was in den Zimmern unter den Gästen besprochen wurde, muss für immer ein Geheimnis bleiben – sicherlich ging es nicht nur um Frühlingsblumen und Modeneuheiten.
Die Gäste waren von den Kosten für Anfahrt, Aufenthalt und Abfahrt gänzlich befreit. Diese lagen für einen Tag Aufenthalt bei circa fünf Reichsmark.[20] Durchschnittlich waren fünf, später sechs bis acht Gäste für zwei, gelegentlich drei Wochen in dem Rest-Home untergebracht. Jeder Gast hatte ein Einzelzimmer.[21] Es gab kein Aufnahmeverfahren, sondern ausschließlich persönliche Empfehlungen – oder Ablehnungen. Diese sprach in der Anfangszeit meist das Quäker Centre in Berlin aus. Nachdem das Rest-Home sich etabliert hatte, konnte man auch auf Empfehlungen ehemaliger Gäste zurückgreifen, die beispielsweise Mithäftlinge oder entlassene Arbeitskollegen benennen konnten. Davon erfuhren die Gäste selbst jedoch nichts, da es ein Prinzip war, diejenigen, die Reverenzen ausstellten, anonym zu belassen. Das galt auch für das Berliner Quäker Centre, das die meisten der Gäste empfahl und diesbezüglich in einem engen Kontakt mit Falkenstein stand.


Das Quäker Centre in Berlin

Zur Durchführung der Hilfe für Hungernde und Notleidende in Deutschland war nach dem Ersten Weltkrieg in Berlin von amerikanischen und englischen Quäkern ein Büro eingerichtet worden. Vornehmlich der englische Quäker Carl Heath (1869-1950) betrieb die Gründung dieses Büros und erhoffte sich, dieses könnte wie eine Art „Botschaft“ (embassy) in die weitere Gesellschaft ausstrahlen. Dies war dann auch tatsächlich so, wenngleich auch etwas anders, als Heath es sich gedacht hatte. Besonders die Quäkerspeisung erwies sich nachträglich als eine Maßnahme, Hilfstätigkeit und Missionierung geschickt miteinander zu verbinden. „Offiziell“ wurde zwar von keiner Quäkerinstitution vor 1925 die Gründung oder Stärkung von Quäkergruppen in Deutschland als Handlungsmotiv angegeben, faktisch war die praktische Hilfstätigkeit jedoch eine exzellente Missionsunternehmung mit besonderer Nachhaltigkeit. Ohne die Präsenz der angloamerikanischen Quäker in Deutschland nach 1918 würde es hier heute keine Quäker geben. Im November 1925 mietete das sog. „internationale Büro“ (Quaker International Centre) Räume in der Prinz-Louis-Ferdinand-Str. 5 an (heute Planckstraße 20). Die Zimmer im Erdgeschoss eines Seitenflügels waren in unmittelbarer Nähe des S- und U-Bahnhofs Friedrichstraße, unweit der damaligen Friedrich-Wilhelm-Universität (heute Humboldt-Universität) und des Regierungsviertels. Dem Büro stand ein „Internationales Sekretariat“ vor, welches aus sich aus einem britischen und einem amerikanischen Quäker sowie einem Mitglied der Deutschen Jahresversammlung zusammensetzte. Während des Nationalsozialismus bemühte sich dieses internationale Quäkerbüro besonders darum, jüdischen und anderen Menschen beizustehen, die von keiner anderen kirchlichen oder karitativen Organisation Hilfe zu erwarten hatten.[22] Besonders viele Kinder konnten so über das Quäkerbüro ins Ausland, zumeist nach England, gerettet werden. Eng mit dem Büro in diesen Jahren verbunden ist das Wirken der Quäker Joan Mary Fry, Anna Curtis, Gilbert McMaster, Corder und Gwen Catchpool, Roger Carter und Leonard Kenworthy. All diese Personen wussten um die Existenz des Rest-Home im fernen Taunus und konnten Einladungen aussprechen, die vielen in Not Geratenen wie ein Geschenk des Himmels erscheinen musste.
Durch die zentrale Lage des Berliner Büros und seiner internationalen Vernetzung kamen die Mitarbeiter immer wieder in Kontakt zu Menschen, die, verfolgt oder geschädigt durch die politischen Verhältnisse in ihrem eigenen Land, dringend der Erholung bedurften. Besonders denjenigen, denen man aus verschiedenen Gründen nicht bei einer Emigration behilflich sein konnte oder wollte, war der Aufenthalt eine wichtige Zeit, neue Kraft zu schöpfen und Alternativen zur Auswanderung zu überdenken. Für andere war das Rest-Home eine Durchgangsstation zu einem neuen Leben in den USA, in Südamerika oder den Staaten des British Commonwealth. Nachkommen der Rest-Home-Gäste leben heute über die ganze Welt verstreut.


Die Gäste des Rest-Home: Menschen, denen woanders niemand helfen wollte

Wer waren nun die Menschen, denen eine Empfehlung für einen Aufenthalt ausgesprochen wurde? Nur wenige sind bekannt. In den Publikationen der Quäker, selbst lange nach 1945, sind die Namen meist nicht genannt, oder durch Abkürzungen unkenntlich gemacht. Aus Sicherheitsgründen fertigte man offiziell keine Gästelisten an.[23] Selbst die Gäste untereinander sprachen sich lediglich mit Vornamen an und kannten ihre Identität nicht. Diese Praxis wurde auch nach dem Krieg bis zum Ende der Rest-Home beibehalten. Intern besaß man aber wohl solche Listen, die „aufs Sorgfältigste“ gehütet wurden.[24] Würde man heute solche Listen, oder auch nur eine, auffinden, wäre das eine kleine Sensation. In über zehn Jahren ist es mir in keinem Archiv gelungen, auch nur eine Liste ausfindig zu machen, sie scheinen tatsächlich nach 1945 verloren gegangen zu sein.
Bis zum 3. April 1934 waren bereits 70 Personen im Rest-Home,[25] bis zum 14. März 1937 waren es schon 400.[26] Bis zur Auflösung waren es in beiden Häusern insgesamt knapp 800 Gäste, wovon die überwiegende Zahl Quäker waren, dann auch Angehörige verschiedener Konfessionen, Juden, Freidenker, Sozialdemokraten und Kommunisten. Viele dieser Personen waren ehemalige Häftlinge aus Konzentrationslagern. In solchen Fällen wurde manchmal auch der Ehepartner eines Verfolgten eingeladen, da man berücksichtigte, dass dieser ebenfalls gelitten hatte. Es waren überwiegend Personen in führenden beruflichen Stellungen, und es war das Prinzip von Anbeginn, möglichst professionellen Helfern in Falkenstein Hilfe zukommen zu lassen.[27] Das hatte zur Folge, dass „einfachen“ Menschen, die vielleicht keine Ausbildung hatten oder ansonsten an religiösen oder intellektuellen Themen kein Interesse zeigten, eine Einladung in das Rest-Home verwehrt blieb.
Im Folgenden kann ich auf die einzelnen Gäste nur kurz eingehen, selbst, wenn mir noch weitere Angaben zu Aufenthaltsdauer und Umständen bekannt sind. Eine umfangreichere Studie, die dann vielleicht als Datenbank online angeboten wird, ist der Zukunft vorbehalten.
Unter den ersten Gästen von 1933 war Charlotte Friedrich, geb. Meier (1895-1981),[28] deren Ehemann Ernst Friedrich (1894-1967) in Berlin das Antikriegs-Museum gegründet hatte. Nach ihrem Aufenthalt verhalfen die Quäker ihr zur Emigration nach England. Ein Jahr darauf hielt sich Ernst Reuter (1889-1953), der spätere Regierende Bürgermeister von Berlin (West), in Falkenstein auf. Er bewohnte das Hotel im Frühjahr 1934, um sich von seinem ersten KZ-Aufenthalt in Lichtenburg zu erholen.[29] Die meisten übrigen Gäste waren zum Zeitpunkt ihres Aufenthalts im Rest-Home weniger prominent. Oftmals stand ihnen kein anderes Beziehungsnetz mehr zur Verfügung, so dass die Hilfe der Quäker für sie eine besondere Bedeutung hatte. Die Sozialdemokratin Lisa Albrecht (1896-1958) war seit 1914 Mitglied in der SPD und arbeitete von 1928 bis 1933 als Parteisekretärin der Provinz Brandenburg.[30] Von ihrer Haft konnte sie sich im Rest-Home erholen und freundete sich insbesondere mit Elizabeth Fox Howard an. Lisa Albrecht begleitete sie später bei Besuchen von Ernst Reuter in Berlin.[31]
Elisabeth Lüdecke (geb. 1887) von der Quäkergruppe Berlin erholte sich im Rest-Home 1935 oder 1936. Ihr Mann Kurt (geb. 1883), der als Staatsbankdirektor tätig war, hatte zuvor auf Grund der Rassenpolitik seine berufliche Stellung verloren, und die Familie lebte unter schwierigen finanziellen Bedingungen in Berlin. Elisabeth Kittowski (1909-1939), die Tochter des Quäkertheologen Emil Fuchs (1874-1971), hielt sich im Herbst 1938 im Rest-Home auf, um ihre Depressionen und andere Leiden zu kurieren.[32]
Emil Fuchs selbst hatte 1934 hier einen Aufenthalt verbrachte,[33] sowie auch der Theologe Heinz Kappes,[34] des Weiteren auch der Bildhauer Benno Elkan (vor seiner Emigration nach England Ende 1934).[35] Neben diesen mehr oder weniger in der Öffentlichkeit bereits bekannten Persönlichkeiten gab es aber auch weniger bekannte Gäste des Falkensteiner Rest-Home. Namentlich identifiziert sind bislang der früherer KPD-Funktionär Hermann Ivers (1892-1941) 1935[36], das Ehepaar Helmschmidt (1938)[37] und eine Frau Elton, die später für das Schwedische Rote Kreuz in Hannover arbeitete.[38]
Doch nicht nur einzelnen Personen und Ehepartnern wurde ein Aufenthalt ermöglicht, sondern auch Gruppen. Im Mai 1937 musste der Bruderhof, eine Einrichtung des Lebensreformers Eberhard Arnold (1883-1935), innerhalb von achtundvierzig Stunden schließen. Drei von den Brüdern, die zuvor in Haft gewesen waren, konnten, bevor sie nach England ausreisten, eine Zeit im Rest-Home verbringen.[39]
Die Quäkerin Eva Hermann (1900-1997) war 1943 wegen Abhörens von Feindsendern zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden.[40] Sie war nach dem Krieg eine der ersten, der ein zweiwöchiger Aufenthalt in Bad Pyrmont ermöglicht wurde. Dort schrieb sie die erfolgreiche Bekenntnisschrift „Gefangen und doch frei“, die die Erfahrungen einer ganzen Generation in treffende Worte fasste. Ihr Aufenthalt fällt jedoch schon in die zweite Phase des Rest-Home nach 1945.


Ein zweites Rest-Home in Bad Pyrmont

Nach der Eröffnung des Quäkerhauses in Bad Pyrmont 1933 zog ein Ableger des Rest-Home im Oktober 1934 ebenfalls dorthin. Von manchen der späteren Gästen ist bekannt, dass sie die Einrichtung in Bad Pyrmont in Anspruch nehmen konnten, so der früherer KPD-Abgeordneter Johannes Kleinspehn (1880-1944)[41], der ehemalige Vorsitzende der Eisernen Front Albert Bergholtz (geb. 1892)[42], der Mediziner Gerhard Ockel (1945),[43] eine Frau Wilhelmine Grünberg (1935)[44], eine Frau Erna Kube (ebenfalls 1935)[45], die Jüdin Mathilde Frank (geb. 1888), Dr. Schloss und seine Frau Helene (geb. Wallersteiner, Oktober 1936).[46]
Hier, in Bad Pyrmont, war es, im Gegensatz zu Falkenstein, möglich, den Gästen durch die Nähe zum Quäkerhaus, dem Zentrum der deutschen Quäker, einen lebendigen Eindruck vom religiösen Leben der Glaubensgemeinschaft zu vermitteln. Durch die englische Quäkerin Mary Friedrich (1882-1970) fand die Einrichtung im St.-Josephs-Heim eine Bleibe. Das St.-Josephs-Heim war ein Pensionshaus und ein katholisches Kloster der Franziskanerinnen, das einem amerikanischen Mutterhaus unterstand. Jedes Jahr von Oktober bis März konnten hier Gäste betreut werden, während über den Sommer das Rest-Home geschlossen war. Grund waren die hohen Kurtaxen, die das Unternehmen im Sommer unrentabel gemacht hätten.[47] Durchschnittlich acht bis zwölf Gäste beiderlei Geschlechts erholten sich in Bad Pyrmont für zumeist zwei Wochen.[48] Die Kureinrichtungen von Bad Pyrmont und die tiefen Wälder mit ihren Wanderwegen waren, wie schon in Falkenstein, einem Erholungsaufenthalt besonders förderlich. Falkenstein wurde jedoch nicht aufgegeben. Es gab dort weiterhin im Frühjahr, von Mai bis Juni/Juli, eine Möglichkeit zum Kurzaufenthalt, der von Helen Dixon organisiert wurde. Erst im April 1939 mussten beide Einrichtungen schließen. Anlass war nicht, wie fälschlich immer wieder zu lesen ist, die politische Lage des Jahres 1939, sondern der Tod Dixons am 13. April 1939.[49]

                                
Zumindest hat sich das Gebäude äußerlich kaum verändert, Aufnahme von 2003.

Es gibt jedoch eine Nachgeschichte: Nach dem Krieg wurde die Institution wiederbelebt, da weiterhin zahlreiche Menschen dringend der Erholung bedurften. Bad Pyrmont war ab Juli 1945 Teil der britischen Besatzungszone. Dem englischen Quäkerhilfsdienst „Friends Relief Service“ (FRS) und der United Nations Relief and Rehabilitation Administration (UNRRA) gelang es, bei der britischen Militärregierung die Wiedereröffnung durchzusetzen.[50] Seit 1947 betreute das Ehepaar Corder und Gwen Catchpool (1883-1952 bzw. 1891-1972) auf Einladung des FRS das Rest-Home in Bad Pyrmont. Geholfen wurde ihnen von Elizabeth Fox Howard, die von 1946 bis 1950 jeden Sommer im Pyrmonter Rest-Home arbeitete.[51] Das Quäkerhaus in Pyrmont wurde von Mary und Leonhard Friedrich (1889-1979) unterhalten. Viele der Gäste wurden mit diesem Ehepaar bekannt, wenn sie die sonntäglichen Andachten dort besuchten. Das Ehepaar Friedrich organisierte auch die Freizeitveranstaltungen des Rest-Home, wie Ausflüge, Musikabende oder Gesellschaftsspiele.
Nun galt die Hilfe nicht allein den deutschen Opfern des NS-Regimses, sondern vornehmlich den Displaced Persons. Die Hilfe für die Displaced Persons war ursprünglich kein Anliegen der Quäker, sondern wurde ihnen von der britischen Militärregierung auferlegt, vermutlich, um auch einfachere Personen nicht von der Hilfe auszuschließen. Mit und innerhalb dieser Personengruppe entstanden in Folge die meisten Konflikte; manchmal fanden sich bis zu zehn Nationalitäten ein, viele Gäste konnten weder die deutsche noch die englische Sprache.[52] Die Konflikte hatten ihre Ursache auch darin, dass diese Menschen an einer Integration oder Vorbereitung für ein Leben in der deutschen Nachkriegsgesellschaft wenig Interesse besaßen, da Hoffnung bestand, sie könnten in ihre ehemaligen Heimatländer zurückkehren. 
Die Gäste für das Rest-Home wurden jetzt zumeist von Eileen Taylor ausfindig gemacht, die seit Kriegsende in Deutschland Versöhnungsarbeit leistete. Manche der Gäste, wie der russische Pianist George Riabikoff, wurden von dem D.P.-Camp direkt in das Rest-Home verwiesen.[53] Erneut wurde das St.-Josephs-Heim zum Sitz der Einrichtung gewählt, bis das Rest-Home am 1. Oktober 1950 in das Birkenhaus (An der Stadtkirche 5) umzog. Dort leitete dann die Quäkerin Elisabeth Jankowsky (1883-1965) und ihre Tochter Brigitte Schaper die Einrichtung.
Unter den Abertausenden, die als potentielle Kandidaten nach 1945 Hilfe bedurften, war eine Auswahl zu treffen. Es sollten, so die Absicht der Quäker, nach Möglichkeit Leute in Führungspositionen und Multiplikatoren herausgesucht werden, wie Ärzte, Lagerleiter oder politische Funktionsträger.[54] Einerseits hatte man die Hoffnung, dass somit der „Geist der Versöhnung“ weiter getragen werden könne und möglichst viele Personen erreicht werden. Andererseits war diese Auswahl auch Ausdruck eines elitären Verständnisses, das dem Quäkertum dieser Jahre nicht fremd war, trotz aller Betonung von Gleichheit der Menschen und Gleichberechtigung. Damit ging einher, dass die meisten Gäste nun wesentlich jünger waren als noch in den dreißiger Jahren. Für die Gäste war es verpflichtend, sich in der einen oder anderen Art und Weise am Wiederaufbau zu beteiligen.[55] Das hieß aber auch, dass sie bestimmte Vorzüge, bei Verpflegung und Fürsorge, in Anspruch nehmen konnten. Über diese Einrichtung haben also die Quäker einen weitreichenden Beitrag zum Wiederaufbau geleistet, der in diesem Beitrag noch lange nicht erschöpfend dargestellt ist.
Im Frühjahr 1962 wurde die Einrichtung dann geschlossen. Die englischen Quäker wollten ihre Hilfsarbeit in andere Teile der Welt verlagern, und die deutschen Quäker waren nicht entschlossen oder sahen sich nicht in der Lage, die Einrichtung weiter fortzuführen.[56]

Von den 800 Gästen sind seit 1945 nur verschwindend wenige bekannt geworden. Und selbst diese wenigen Namen konnten nur durch umfangreiche Recherchen ermittelt werden. Die Forschungen werden aber fortgesetzt, und in Zukunft wird mit Sicherheit noch die ein oder andere Person aufgefunden.

Wenn Sie helfen möchten, dass dieses wichtige Kapitel der Geschichte des Widerstandes nicht verloren geht und noch weitere Namen von Gästen kennen, können Sie dies gerne melden:
quaker (at) bernetc.com 


Liste der bislang bekannten Gäste des Rest-Home (1933-1939): 
Albrecht, Lisa
Bergholtz, Albert
Elkan, Benno
Elton
Frank, Mathilde
Friedrich, Charlotte
Fuchs, Emil
Grünberg, Wilhelmine
Helmschmidt (Ehepaar)
Hermann, Eva
Ivers, Hermann
Kappes, Heinz
Kittowski, Elisabeth
Kleinspehn, Johannes
Kube, Erna
Lüdecke, Elisabeth
Reuter, Ernst
Ockel, Gerhard
Schloss, Dr.
Schloss, Helene

[1] William Hughes unternahm in den 1930er Jahren zahlreiche Erkundungsfahrten durch Deutschland. Seine Berichte an das Londoner GEC wurden an Bertha Bracey weitergeleitet, die aus diesen Berichten später entnehmen konnte, wer für einen Aufenthalt in Falkenstein in Frage kam.
[2] Schmitt, Hans: Quakers and Nazis, Missouri 1997, S. 72; Seadle, Michael: Quakerism in Germany. The Pacifist Response to Hitler, Unveröffentlichte Dissertation, Chicago 1977, S. 161. 1933 und 1934 waren es 650 Pfund, 1935 und 1936 je 537 Pfund. Bis zum Jahresende 1933 waren an Kosten 121 Pfund entstanden, Library of the Religious Society of Friends (Quakers), (zukünftig: LSF), FCRA/18/1, 1933-1935, GEC: Income and Expenditure Account to December 31st 1933. Eine Ausnahme war das Jahr 1939, da das Rest-Home nur bis zum Monat April betrieben wurde. Für diese Zeitspanne beliefen sich die Kosten auf 136 Pfund; LSF, FCRA/20/1: Income and Expenditure Account, from 1st January to the 31st December 1939.
[3] LSF, FCRA/18/3, Jan.-May 1939, GEC: Brief von Muriel H. Whiltlow, Appendix, 24. Realistisch bezifferte H. W. Dixon die Kosten in einer englischen Werbeschrift für das Rest-Home auf 50 bis 60 Pfund; LSF, 033.5 FSC III.58: Friends Service in Germany. Hrsg. von Friends Service Council, London 1937, S. 6.
[4] Darton, Lawrence: An Account of the Work of the Friends Committee for Refugees and Aliens, First Known as the Germany Emergency Committee of the Society of Friends 1933-1950, o.O., 1954, S. 14.
[5] Richards, Phyllis: The Quaker Rest Home in Germany, in: The Friends’ Quarterly, 15, 3, 1962, S. 128-136, hier S. 129.
[6] Bundesarchiv (zukünftig: BArch) R/58/6026, 784.
[7] Jarman, Peter: A testimony to the Grace of God in the life of Roger Carter (2006).
[8] LSF, DQB, Lucy Backhouse.
[9] Pottlitzer-Strauss, Margot: Lina Hilger. Ein Lebensbild, Bad Kreuznach 1961, S. 92.
[10] Die Angaben bei Bailey, Brenda: A Quaker Couple in Nazi Germany, York 1994, S. 59 bezüglich Hertha Kraus als Initiatorin dieser Einrichtung sind nicht belegbar. Nachdem auch die Biographie „Hertha Kraus – Zwischen den Welten“ (Frankfurt a. M. 2002) von Frank Schirrmacher keinen Beleg dazu liefern konnte, kann eine Schlüsselposition von Hertha Kraus in Sachen des Rest-Home nicht länger vertreten werden. Woher kommt diese Behauptung? Sie wurde in der Forschung bekannter durch Michael Seadles Dissertation „Quakerism in Germany“ (Chicago, 1977, hier S. 159). Der Verfasser beruft sich auf das Typoskript „An Account of the Work of the Friends Committee for Refugees and Aliens“ (1954), S. 7, von Lawrence Darton, das in der Quaker Collection des Haverford Colleges (Pennsylvanien) zu finden ist. Hertha Kraus war nicht die Mitbegründerin des Rest-Home, sondern vielmehr eine der ersten Gäste. Elizabeth Howard erwähnt eine unverheiratete Frau K., die ihre Stellung als Sozialarbeiterin in Köln verloren hatte. Aller Wahrscheinlichkeit nach handelt es sich dabei um Hertha Kraus; Howard, Elisabeth Fox: Across Barriers, London 1941, S. 51-52.
[11] BArch R/58/6026, 792.
[12] LSF, FCRA/18/3, Jan.-May 1939, GEC, Brief von Muriel H. Whiltlow, Appendix, 24. Alle Betreuerinnen waren Quäkerinnen.
[13] Seadle, Quakerism, 1977, S. 161.
[14] Quäker in der Friedensbewegung. Gestapo-Berichte vom 25. April und 12. Mai 1935, in: Fischer, Gerhard; Drobisch, Klaus (Hrsg.): Widerstand aus Glauben, Berlin (DDR) 1985, S. 100-108.
[15] Das Rest Home. Erinnerungen einiger Hausmütter und Gäste, Bad Pyrmont 1962 (im Besitz des Verfassers), S. 4.
[16] Ebda., S. 6.
[17] BArch R/58/6026, 786.
[18] Luick-Thrams, Michael: Creating ‚New Americans’. WWII-Era European Refugees’ Transformation of American Identities, Berlin 1997, S. 74.
[19] Pottlitzer-Strauss, Lina Hilger, 1961, S. 92.
[20] Darton, Account, 1954, S. 7. Die Kosten für eine Woche betrugen 1934, bei fünf Gästen, 200 Mark, LSF, FCRA/18/1, 1933-1935, At a Meeting of the GEC, 2nd 1. 1934.
[21] Refugee. Translated by Clara Leiser, London 1942, S. 146. Der anonyme autobiographische Bericht enthält auf den Seiten 146 bis 151 einen der wenigen Berichte über das Rest-Home aus Sicht der Gäste. Die zahlreichen Dankesbriefe, die ehemalige Gäste nach Deutschland schickten, sind nicht mehr erhalten.
[22] Diese Arbeit wurde bereits von Anna S. Halle behandelt: Christen und Konfessionslose jüdischer Herkunft. Eine Dokumentation im Landesarchiv Berlin, in: Jahrbuch des Landesarchivs Berlin, 2001, S. 181-188; und: Über Nichtglaubensjuden – Anmerkungen zu einem Begriff und einem Archivbestand, in: Exil. Forschung – Erkenntnisse – Ereignisse, 23, 1, 2003, S. 89-96.
[23] Dennoch war die Gestapo in Besitz vieler Adressen der Gäste: Im Frühjahr 1935 wurde Elizabeth Fox Howard verhört. Es gelang der Gestapo, eine bereits zerrissene Adressenliste wieder zusammenzufügen. Es handelte sich um eine vollständige Liste der Gäste des Rest-Home aus dem Jahr 1935; Seadle, Quakerism, 1977, S. 196.
[24] Joan Mary Fry: Zwischen zwei Weltkriegen, Bad Pyrmont 1947, S. 109.
[25] Bericht von A. Ruth Fry und Bertha L. Bracey, London, 3.4.1934, in: Sutters, Jack (Hrsg.): American Friends Service Committee, Philadelphia. 1932-1939, New York 1990 (Archives of the Holocaust, 2, 1), S. 65.
[26] Bertha Bracey an Clarence E. Pickett, London, 14.3.1937, in: Sutters, Archives, 1990, S. 271.
[27] LSF, FCRA/18/1, 1933-1935, GEC: Income and Expenditure Account to December 31st 1933.
[28] LSF, FCRA/18/1, 1933-1935, GEC: Brief von H. W. Dixon vom 24.11.1933.
[29] Brandt, Willy; Löwenthal, Richard: Ernst Reuter, München 1957, S. 278ff. Ausführlich berichtet auch Elizabeth Fox Howard über Ernst Reuter; Howard, Elisabeth Fox: Downstream, London 1955, Kapitel XI: „The Story of a Friendship“. Die Angabe auf der Tafel im Eingangsbereich des Berliner Quäkerbüros, dass Reuter sich im Bad Pyrmonter Rest-Home aufhielt, ist unrichtig und müsste geändert werden.
[30] Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Albrecht für den Freistaat Bayern in den ersten Deutschen Bundestag gewählt, dem sie bis zu ihrem Tode angehörte.
[31] Howard, Downstream, 1955, S. 76.
[32] Fuchs, Emil: Mein Leben, Bd. 2 (Leipzig 1959), S. 250.
[33] Monats-Versammlungs-Protokolle, vom 17.4.1920-5.1.1939, 288.
[34] Der Quäker, 47, 12, 1973, S. 279.
[35] Pottlitzer-Strauss, Lina Hilger, 1961, S. 92.
[36] BArch R/58/6026, 390, 615.
[37] BArch R/58/6026, 786.
[38] Richards, Quaker Rest Home, 1962, S. 133-134.
[39] Seadle, Quakerism, 1977, S. 231.
[40] Religiöse Gesellschaft der Freunde (Quäker). Deutsche Jahresversammlung e. V. (Hrsg.): Lebensbilder deutscher Quäker während der NS-Herrschaft 1933-1945, Bad Pyrmont 1992, S. 41.
[41] BArch R/58/6026, 390.
[42] BArch, 5/58/3408, 22v.
[43] Lotte Ockel: Gerhard Ockel. Ich hab’s gewagt mit Sinnen, o.O. 1975, S. 48.
[44] BArch R/58/6026, 615.
[45] Richards, Quaker Rest Home, 1962, S. 129.
[46] BArch R/58/6026, 795.
[47] Darton, Account, 1954, S. 8.
[48] Rest Home, 1962, S. 7.
[49] Howard, Downstream, 1955, 57.
[50] Seadle, Quakerism, 1977, S. 269. Seadle erwähnt, dass auch das Erholungsheim in Falkenstein nach 1945 wieder eröffnet worden sei, es gibt jedoch keinen Beleg dafür.
[51] Howard, Downstream, 1955, S. 59.
[52] Ebda., 58/59, S. 60-61: „I suppose the fact is that we are now getting rather the dregs of the D.P.s, or rather the misfits who cannot emigrate or settle in the German economy“.
[53] Howard, Elisabeth Fox: Barriers Down. Notes on Post-War Germany, London 1950, S. 52.
[54] Gäste nach 1945 waren Theanolte Bähnisch (1899-1973), Regierungspräsidentin der Provinz Hannover (Howard, Barriers Down, 1950, S. 55), die Vikarin Darsch, die während des Dritten Reichs als Seelsorgerin in einem Frauengefängnis arbeitete (ebda., S. 55/56), der Regierungspräsident Ludwig Philipp Lude (1895-1961), dessen Verschwörung gegen Hitler entdeckt worden war und der lange Zeit inhaftiert war (Howard, Barriers Down, 1950, S. 84), oder der von 1945 bis 1950 in Buchenwald einsitzende Jurist Ernst Fresdorf (1889-1965). Nach einem Aufenthalt im Rest-Home 1950 wurde er noch im gleichen Jahr Stadtdirektor von Köln; Auskunft von Dr. Bodo Ritscher, Stiftung Gedenkstätten Buchenwald, Schreiben vom 28.10.2004.
[55] Kelber, Magda: Quäkerhilfswerk Britische Zone 1945-1948, Bad Pyrmont 1949, S. 45.
[56] Rest Home, 1962, S. 3.