Sonntag, 11. Dezember 2011

Konsumterror, Arbeitswahn und wahre Befriedigung unserer Bedürfnisse

Frustshoppen ist leider die Freizeitbetätigung Nummer eins in westlichen Industriestaaten. Viel zu wenig wird vor dieser Sucht gewarnt, die den Menschen von innen heraus aushöhlt. Möglich wird das Dauershoppen nur durch vollen Arbeitseinsatz, und schon hat sich der Teufelskreislauf geschlossen, die Mausefalle ist zugeschnappt. Dann heißt es allein: leben, um zu arbeiten. Hier hilft nur eine radikale Umwertung und Neubewertung, eine Metaonoia der Ökonomie, eine Selbstbeschränkung und Besinnung auf die Einfachheit.


Eigentlich müsste das Recht auf die Zeit zur freien Religionsausübung zu den Grundrechten genommen werden. Was nützt die Religionsfreiheit, wenn die Zeit fehlt, diese auszuüben? Zum Glück ist vielen diese Problematik bekannt und es gibt eine „reiche“ Ausbeute zum Thema Geld und Religion. Es mangelt also nicht an Ideen und Erfahrungen, vielleicht hapert es noch an der Umsetzung und Praktizierung einer menschengerechten Bedürfnisbefriedigung. Lassen wir uns dabei unterstützen von Menschen, die ebenfalls vor der Wahl standen: leben oder gelebt werden:

„Wir lehnen den ‚Konsumzwang’, die Manipulierung durch übersteigerte Werbung, ab, da er der Würde des Menschen widerspricht“.
(Soziales Zeugnis, Lenkungsausschuss der DJV 1974, verfasst von Hilde Antritter, Helmut Klinghammer, Clementine Rothenstein)

„Mit der Zeit wurde euer Geschäftsverkehr umfangreicher, doppelt so viel, wie ihr jemals hattet und mehr als die Welt. Aber darin liegt eine Gefahr und Versuchung für euch, dass eure Gedankengänge in die Geschäfte verstrickt und dadurch verstopft werden, so dass ihr kaum noch etwas zum Dienst Gottes tun könnt, und ihr werdet schreien: ‚Meine Arbeit, meine Arbeit‘. So könnt ihr nicht Ebenbilder Gottes werden“.
(George Fox, Gründer der Quäkerbewegung:)

„Heute, wo alle Menschen Ferien haben, gibt es mehr nervöse und geistige Störungen als je zuvor. Die Ferien sind für viele Menschen keine Ruhezeit, sondern nur eine andere Form von Anspannung. Die Menschen leben zwar länger, aber eine wirklich tiefe Freude am Leben und die Befriedigung, einen Lebenszweck zu erfüllen, sind selten. Das Nicht-Wissen um den Sinn des Lebens ist eine der wichtigsten Ursachen, warum die Menschen unglücklich und ruhelos sind“.
(Fred Tritton (1887-1968), moderner Mystiker aus Berkshire)