Freitag, 9. Dezember 2011

Deutscher Quäkerroman von Mechtild Lutze

Wer kennt Arthur R. G. Solmssens „Berliner Reigen“? Mal ehrlich: niemand. Zumindest in Quäkerkreisen sollte dieser Roman von 1980 nicht ganz ignoriert werden, denn immerhin ist dort in dem Kapitel „Stille mit Stimmen“ eine fiktive Quäkerandacht der Berliner Gruppe beschrieben – durchaus lesenswert und gekonnt geschrieben.

                                               
Der Koala ist begeistert: endlich mal ein Quäkerbuch mit Australien!!

Nun hat die Berlinerin Mechtild Lutze nachgelegt:
in „Der zweite Mond“, jetzt gerade neu erschienen, dient wieder einmal eine Quäkergruppe als Romanvorlage. Ich finde es immer unpassend, wenn Buchbesprechungen zu sehr den Plot verraten, gerade bei einem Roman. Daher nur einige Mini-Infos: die Verfasserin war einige Jahre Mitglied der DJV und bis zu ihrem Austritt sogar Schreiberin der Berliner Gruppe – sie hat also intime Kenntnisse und weiß, über was sie schreibt. Ein Buch mit Quäkerbezügen ist, meiner Meinung nach, immer ein Gewinn und ich kann die Autorin nur dazu beglückwünschen, ihre eigene Weltreise von 2009 hier autobiographisch eingearbeitet zu haben. Vor allem im Kapitel „Eine Begegnung mit Quäkern“ habe ich einiges Bekanntes wieder gefunden, und auch in dem zu Pendle Hill, einem Studienzentrum der amerikanischen Quäker, in dem auch ich im Jahr 2000 gelebt habe. Besonders gefreut hat mich, dass auf S. 27 Penns „No Cross, no Crown“ erwähnt wurde, als ein Hauptwerk des Quäkertums. Das Buch ist in einer deutschsprachigen Neufassung einschließlich einer Einleitung erhältlich: http://www.the-independent-friend.de/?q=node/550

Vielleicht werde ich, wenn Mechtild Lutzes Buch etwas älter ist, auf den Inhalt näher eingehen, ansonsten mehr hier.