Samstag, 26. November 2011

Rufus Jones: Der Quäker, der mit Hitler sprechen wollte



Rufus Jones rettete nach dem Ersten Weltkrieg durch die „Quäkerspeisung“ Millionen vor dem Verhungern. Er war maßgeblich daran beteiligt, dass die amerikanischen Quäker 1947 den Friedensnobelpreis erhielten. In Deutschland ist er auch dafür bekannt, da er 1938 in Berlin versuchte, mit Hitler ein persönliches Gespräch zu führen.

Rufus Jones war der klassische „American Scholar“: Theorie und Praxis wurden in Einklang gebracht. Rufus Jones prägte das 20. Jahrhundert: er korrespondierte mit zahlreichen Schriftstellern und Politikern aus der ganzen Welt. Bekannt wurde er als moderner Mystiker, als aktiver Pazifist und moralisches Gewissen seiner Epoche. Seine Forschungsgebiete waren Erziehung und Pädagogik, philosophische Fragen, Kirchen- und Quäkergeschichte sowie politische Zeitfragen. Sein Denken ist auch heute noch aktuell und wird kontrovers diskutiert. Insbesondere richtete sich Jones gegen die Aufzucht einer „Elite“, sondern plädierte für individuelles Wachstum und Persönlichkeitsbildung.

Im Laufe seines Lebens erhielt er zwölf akademische Titel, er lehrte an zahlreichen Universitäten, gab Vorträge und war einer der ersten, der die Bedeutung des Rundfunks als Massenmedium erkannt und nutzte. Bis heute wird Rufus Jones verehrt, man nannte ihn „Seer“, „Protestant Mystic“, sogar „Master Quaker“ oder „Quaker Giant“. Es ist an der Zeit, diese faszinierende Persönlichkeit neu zu entdecken:

Claus Bernet: Rufus Jones (1863-1948). American Scholar, Writer, and Social Activist. Life and Bibliography. With a Foreword by Douglas Gwyn, New York 2009.
ISBN: 978-3-631-58930-4, Preis: 19.80 Euro