Samstag, 26. November 2011

Quäkertum im Dritten Reich: die „Vertreibung des Sozialen"

In diesen Tagen erscheint der Sammelband „Vertreibung des Sozialen“, der auch etwas mehr Licht in die Quäkergeschichte zwischen 1933 und 1945 bringt. Gleich zwei Beiträge beschäftigen sich mit Quäkern, besonders zu Magda Kelber, Elisabeth Rotten und Hertha Kraus.

Der Kola meint: spannend geschrieben.

Die relevanten Beiträge sind:
Ursula Langkau-Alex: Hertha Kraus, die Flüchtlingshilfe der Quäker und die Perzeption von Verfolgten/Geretteten, in: Die Vertreibung des Sozialen, hrsg. von Adriane Feustel, Inge Hansen-Schaberg, Gabriele Knapp, München 2009, S. 115-129 (Frauen und Exil, 2).

und:

Bernet, Claus: Elisabeth Rotten, Hertha Kraus und Magda Kelber: Angloamerikanische Ansätze in der intervenierenden Pädagogik 1933-1949, in: Die Vertreibung des Sozialen, hrsg. von Adriane Feustel, Inge Hansen-Schaberg, Gabriele Knapp, München 2009, S. 93-114 (Frauen und Exil, 2).

Unter anderem findet man:
-detaillierte Berufs- und Beschäftigungsstatistiken zur DJV 1925-1933
-Informationen zur Hilfe für Juden
-Ansätze zu einer Quäkerpädagogik

ISBN 987-3-86916-031-3
edition text + kritik im Richard Booberg Verlag, München 2009
238 Seiten, Preis: 23,-Euro

Das Buch wird von den Herausgeberinnen wie folgt vorgestellt:

Die Sammelbände der Arbeitsgemeinschaft »Frauen im Exil« dokumentieren den Stand der Forschung und die neuesten Ergebnisse zur Verfolgung und zum Exil von Frauen während der NS-Zeit. Das Erkenntnisinteresse gilt allen Frauen, die wegen ihrer Ethnizität, ihrer politischen Überzeugung, ihrer Religion, ihrer künstlerischen Expressivität, ihres Lebensstils oder ihrer Sexualität der NS-Willkür ausgesetzt waren, die sich aktiv gegen das NS-Regime wandten oder sich aus Gründen der grundsätzlichen Gegnerschaft für das Exil entschieden.
Der vorliegende Band befasst sich mit der Thematik der »Vertreibung des Sozialen«.
Der Schwerpunkt liegt zum einen auf den Konzepten und Projekten, die (oftmals jüdische) Frauen, z. B. Alice Salomon und Siddy Wronsky, im Bereich der Pädagogik/
Psychologie und der Sozialen Arbeit bis 1933 entwickelt haben und die sie als professionelle Tätigkeitsbereiche zugleich neu schufen. Untersucht werden insbesondere die häufig noch bis heute andauernden Folgen der Vertreibung der Protagonistinnen und ihrer innovativen Ansätze und des Abbruchs des wissenschaftlichen Diskurses. Zum anderen geht es um die Bewahrung des Sozialen in Hilfsorganisationen der Verfolgten, um die Selbsthilfe im Jüdischen Kulturbund, im Kinderheim »Ahawa« und bei der Kinderauswanderung sowie um die Hilfstätigkeit der Quäkerinnen am Beispiel von Elisabeth Rotten, Hertha Kraus und Magda Kelber.