Samstag, 26. November 2011

Clara Elisabeth Winter: Romanschriftstellerin und Quäkerin


 Clara Winter, Quäkerin und Schriftstellerin

Clara Elisabeth Winter - sie lebte von 1894 bis 1965 - war eine Romanschriftstellerin, deren Biographie ich in den letzten Jahren aufgearbeitet habe. Nachlesen kann man ihr bewegtes Leben jetzt im Band 21 der „Beiträge zur Heimatkunde der Städte Löhne und Bad Oeynhausen“ (2010).
Clara Elisabeth Winter war zu einer Zeit schriftstellerisch tätig, als dies für Frauen noch keine Selbstverständlichkeit war. Von ihren wenigen Kolleginnen unterscheidet sie, dass sie eine recht große Familie hatte und sich auch bei den Quäkern engagierte, was zusätzlich Zeit (und Nerven) kostete. Nun gab es in Bad Oeynhausen einige weitere Schriftsteller, wie Hanns Caspar von Zobeltitz (1853-1918), Kurt Lütgen (1911-1992), Marie Charlotte Siedentopf (1879-1968) und Elsbeth Montzheimer (1858-1926). Clara Elisabeth Winter ist aber bis heute die einzige im Kreise dieser Literaten, die in Bad Oeynhausen geboren wurde. Es ist an der Zeit, diese für Bad Oeynhausen bedeutende Persönlichkeit in angemessener Art und Weise zu würdigen. Ebenso interessant, wenn nicht sogar spannender, fand ich das Lebensschicksal ihres Mannes, Heinz Winter: Lehrer, Sozialdemokrat und Quäker. Im Dritten Reich hatte er schwer zu kämpfen, schließlich setzte die NSDAP Gauleitung Westfalen-Süd erfolgreich die Versetzung Winters durch, über den sie 1935 schrieb: „Er (Winter) fällt in Gevelsberg durch seine sonderbare Kleidung nach Wandervogelart auf. Bezeichnend für seine Einstellung ist, daß seine Frau und er Einkäufe in jüdischen Geschäften tätigen“. Über Heinz Winter stille Hilfe für Juden und seinen mutigen Einsatz gegen ein unmenschliches System konnte ich einiges herausfinden; mehr, als möglich war, in den vorliegenden Aufsatz aufzunehmen. Irgendwann einmal soll eine eigene Arbeit zu Heinz Winter nachfolgen.
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Historische Arbeiten wie diese sind nie das Werk eines einzelnen. Ohne die engagierte Mithilfe von Gisela von Dobbeler, geb. Winter, wäre die kleine biographische Würdigung kaum zustande gekommen. Ihr sei an dieser Stelle herzlich gedankt. Dank geht ebenfalls an Herrn Detlef Raufelder vom Stadtarchiv Gevelsberg, an Frau Astrid Thies vom evangelischen Pfarramt Hahnenklee, an Frau Cesare Borgia vom Stadtarchiv Solingen und an Herrn Robert Gahde vom Staats- und Personenstandsarchiv Detmold. Sehr gerne bedanke ich mich auch bei Herrn Rico Quaschny, der engagiert und kenntnisreich in vielerlei Detailfragen helfen konnte.