Montag, 26. Mai 2014

Quäker im Film: Sieben Psychos

Quäker in Western-filmen sind ein alter Hut, aber dass auch neuere Filme Quäker darstellen, ist hierzulande weniger bekannt. Einer der aktuelleren Filme, in denen sogar ein Quäker die Hautrolle spielt, heißt „Sieben Psychos“. Dem Titel entsprechend handelt es sich tatsächlich um einen Psychofilm, der nichts für schwache Nerven ist. Wer trashige Komödien im Stil von Martin McDonagh liebt, kommt bei „Sieben Psychos“ voll auf seine Kosten.
Wer möchte, kann die Handlung auf Wikipedia nachlesen, zum Quäker nur so viel: der Quäker steht mehr allgemein für das Klischee des Gutmenschen, wird aber ironisch hinterfragt. Von daher sollte statt des Quäkers erst ein Buddhist, dann ein Amish die Rolle besetzen – es kam dann doch zum Quäker, weil dieser filmdramatisch mit seiner Ruhe und Gelassenheit einen Kontrast zu den brutalen und schnellen Verfolgungsszenen abgibt.
Einer der sieben Psychopathen hat an einem Quäkerkind einen brutalen Mord verübt, und wird nun von dem Vater des Kindes verfolgt, selbst nachdem er seine Strafe abgebüßt hat. Wo der Mörder steht und geht, taucht der mahnende Schatten des Quäkers auf: bis in den Schlaf verfolgt der Quäker (selbst ein Psychopath, wie sich später herausstellt) den armen Sünder. Nach Jahren kapituliert dieser schließlich: da er vermutet, dass die Hölle der einzige Ort ist, an den der rechtschaffene Quäker nicht gelangt, und da man durch Selbstmord angeblich sicher in die Hölle kommt, bringt der Mörder sich selbst um. Zu seinem Entsetzen ist das Letzte, was er sehen muss, dass auch der Quäker zum Selbstmord ansetzt; die Verfolgung geht weiter...
Wie gesagt, ein Trashfilm der besten Sorte, mit viel schwarzem (britischem) Humor und einem grandiosen Finale. Der Quäker, im Film mit Namen Hans Kieslowski, ist übrigens mit Christopher Walken prominent besetzt (bekannt aus „Catch Me If You Can“).

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