Montag, 31. März 2014

Freikirchen-Tagung in Elstal: Jalka referierte über "Quäker und Moderne" (März 2014)

Schon seit langem war es mir ein Anliegen, Jalka, eine Quäkerin und Friedenspädagogin aus Wien, einmal zu einem Vortrag zu den Treffen des Vereins für Freikirchenforschung einzuladen. Hier haben wissenschaftliche Vorträge genauso ihren Platz wie Beiträge aus Praxisfeldern. Dieses Jahr im Frühjahr hat es endlich einmal geklappt, vor allem, weil das Tagungsthema geeignet war: Friedensthelologie und Friedensengagement ist ein Thema, bei dem die historischen Friedenskirchen natürlich einen Beitrag liefern können, und das sind, neben den Mennoniten, in Deutschland die Quäker. Die Freikirchen haben hier zu verschiedenen Zeiten unterschiedliche theologische Schwerpunkte gesetzt und damit auf die drängenden Konflikte ihrer Zeit reagiert. Einige dieser Ansätze und ihre praktischen Auswirkungen zu beleuchten, war das Thema, welches der Verein vom 14.-16. März 2014 in Elstal bei Berlin abgehalten hat.

Dr. Thomas Hahn-Bruckart im Gespräch mit Jalka

Da Jalkas Vortrag im kommenden Jahrbuch auch schriftlich vorliegen wird, kann ich mich hier auf einige allgemeine Bemerkungen beschränken.
Der Referentin ist es mit dem Beitrag „Quäker und das Projekt der Moderne“ gelungen, einen Bogen von den ersten Quäkern des 17. Jahrhunderts bis zur heutigen Situation innerhalb des Weltquäkertums zu schlagen. Die zentrale Kategorie, die die Quäker von anderen mehr schriftorientierten Religionsgemeinschaften unterscheidet, ist der Begriff der Erfahrung. Von hier ist es nicht weit zum Erfahrbahr-Machen von Frieden in der Friedenserziehung und der Friedenspädagogik – also Felder, in denen viele Quäker, auch Jalka, beruflich engagiert sind. Vielleicht war es meine subjektive Wahrnehmung, doch habe ich im Kreise des Freikirchenvereins (dem ich nun auch schon fast 20 Jahre angehöre) nur selten einen Vortrag gehört, der die Zuhörer so in den Bann geschlagen hat – man hätte die sprichwörtliche Stecknadel fallen hören. Die anschließende Diskussion zeigte, wie sehr eine positive Sprache gepflegt und eingeübt werden muss: die Liebe zu einen Menschen ist schwer in Worte zu fassen, mit Kritik und Negativem kann man sich schier unendlich auslassen – mit fatalen Folgen für unser psychisches Gleichgewicht. 

Bei der Anwesenheit von mehreren Quäkern und einigen befreundeten Mennoniten wäre es vielleicht angebracht gewesen, auch eine kleine Quäker-Andacht abzuhalten – eine Idee für eine der kommenden Veranstaltungen.

Ein weiterer Schwerpunkt, der ebenfalls Quäker besonders interessiert und in dem Quäker auch engagiert waren, betraf die sogenannten Bausoldaten in der DDR. Hier möchte ich nur kurz an Emil Fuchs erinnern, der, zusammen mit vielen anderen, die Institution des „Bausoldaten“ umgesetzt hat und sich immer wieder – bei allen Schwierigkeiten und ungeliebten Kompromissen – für diese Form des Zivildienstes ausgesprochen hat. Eine eigene Podiumsdiskussion hat sich auf dieser Tagung mit der Friedensthelologie und dem Friedensengagement der Bausoldaten auseinandergesetzt:

Von links nach rechts: Rainhard Assmann (Berlin), Andreas Erben (Gera), Wolfgang Stadthaus (Berlin), Andreas Otto (Berlin), Johannes Hartlapp (Friedensau). 



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