Samstag, 3. November 2012

Inhalt Quäker-Heft Nr. 3, 86. Jg., 2012


-Julian Clark: Gendergerechte Sprache
-Jochen Dudek: in memoriam Walter Wink (1935-2011)
-Gottfried Lischke: „Doppelte Wahrheit“ in der Religions- und Geistesgeschichte
-Ernst Dahme: Gedanken zum Quäker-Sein
-Wilhelm Prasse: Gleichwürdigkeit
-Martin Januschek: zum Begriff „Concern“ (Anliegen)
-Simon Mangels: Eurostory Paris 2012
-Martina Weitsch: EU-Konsultationen / Quäker-Lobbyarbeit in der EU
-Annerose Schulz: zur Bezirksversammlung Rhein-Ruhr am 18.3.2012
-Tobias Schneegans: Rückblick Stille-Retrat


Viel Anregendes ist zu finden in diesem Quäkerheft, ein kleiner Höhepunkt des leider verflogenen Sommers. Zeit also, bei herbstlichem Regen zurückzublicken. Bemerkenswert finde ich die Beobachtung von Martin Januschek zum Verschwinden des Begriffs „Anliegen“. Wurden vor Jahren noch ganz allgemein menschliche Bedürfnisse schnell als Anliegen ausgegeben („mein Anliegen ist es, jetzt nach Hause zu gehen“), so ist dieses Wort tatsächlich aus der Mode gekommen, vielleicht auch der Inhalt von dem, was „Anliegen“ einst meinte.
Der Beitrag von Gottfried Lischke ist ein echtes „äußeres Licht“: ein so komplexes Thema wie die Wahrheitsfrage zwischen Theologie und Naturwissenschaft komprimiert, informativ und anregend auf wenige Seiten zu bringen, ist echte Wissenschaftskunst. Selten bekommt man so viel an Anregungen und Neuigkeiten in einem einzigen Beitrag geliefert, der immerhin zu einer zentralen Frage des Quäkertums Stellung nimmt (Wahrhaftigkeit). Selbst der Humor kommt nicht zu kurz: „Alles viel zu kurz, macht nichts, am Jüngsten Tag ist’s nur ein Furz“. Diese Zeilen hätte nicht jeder schreiben dürfen. Später habe ich erfahren, dass dieses Bonmot doch nicht von Gottfried Lischke stammt, sondern von Goethe – das hätte man schon anmerken können.
Im Vorwort berichtet die Redakteurin Davorka Lovrenko, wie sie vor 20 Jahren zu einem „Gespräch“ zum damaligen Schreiber zitiert wurde: das unglaubliche Vergehen: ein Leserinnenbrief zur inklusiven Sprache – soviel zur angeblichen Quäkertoleranz. Desto kleiner die Gruppe, desto eigenartiger die Befindlichkeiten. Vielleicht sollte man doch einmal über Quäkermission nachdenken. Jedenfalls war die Sprache bei Quäkern immer ein Thema, schon bei der Namensgebung der DJV 1925 bis zur Streichung des Artikels aus „DER Quäker“. 

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