Sonntag, 27. April 2014

Tracy Chevalier: „Die englische Freundin: Roman“

Immer wieder erscheinen Quäkerromane, bzw. Romane, in denen Quäker eine bedeutende Rolle spielen. Schon im 19. Jahrhundert wurden gerne Quäkerfiguren auf die Theaterbühnen gebracht, und Quäker im Wilden Westen sind ein ganz eigenes Thema. Eines der neueren Fantasiewerke hat den Titel „Die englische Freundin: Roman“ und wurde von der amerikanischen Schriftstellerin Tracy Chevalier (geb. 1962) verfasst, die heute in London lebt, also dem einstigen Weltzentrum des Sklavenhandels. Die deutsche Erstauflage erschien im 2013 im Knaus-Verlag (ISBN: 3-8135-0595-2), Preis: 15.99 €
Die Handlung ist schnell wiedergegeben: Honor, die Heldin des Romanes, ist eine verliebte Quäkerin, die aus Kummer und Enttäuschung über ihren Verlobten von England nach Amerika auswandert. Dort kommt sie auf Plantagen mit Sklaven und Skalvenhaltern in Berührung, was der bislang etwas weltfremden Romanheldin gar nicht gefällt. Zunehmend beschäftigt sie sich mit dem Problem des Abolitionismus (vor allem in der Mitte des Buches).

Brisant, dass sich nun auch noch Donovan, ein Sklavenjäger, in Honor verliebt und um sie wirbt. Nun muss sie selbst aktiv werden und Position beziehen: für die Liebe zu den Sklaven und Sklavinnen, oder zu ihrer Liebe für Donovan. Zu aller Überraschung heiratet sie den soliden Quäker Jack, der erst einmal Ruhe und Sicherheit auf seiner Farm verspricht. Doch auch hier holt Honor die Sklavenfrage ein...
Ob die Handlung realistisch ist, vermag ich nicht zu sagen, aber die vielen Details über das Quäkertum sind korrekt wiedergegeben und bieten eine Fülle an Anregungen und Betrachtungen über Ruhe, Stille, Meditation und Kontemplation, was sich fühlbar auch auf den ruhigen, gleichmäßig-schönen Erzählstil niedergeschlagen hat. Einige der quäkerspezifischen Ausdrücke werden in einem Glossar am Ende des Buches erklärt.

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