20130505

Quäker Klaus Dittrich: Auswahl seines Schaffens im Berliner Quäkerbüro

Die derzeitig Ausstellung im Quäkerbüro zeigt 2012/13: Klaus Dittrich (geb. 1941).

Vielleicht gab es weltweit noch nie eine Quäkergemeinde mit so vielen Künstlern wie in der ehemaligen Ostberliner Andachtsgruppe zwischen 1970 und 1990. Unter den ca. zehn Mitgliedern waren Hobbykeramiker, Hobbydichter, Hobbymaler – fast jeder war irgendwie künstlerisch unterwegs. Beruflich waren die meisten allerdings in bürgerlichen Tätigkeiten situiert, allein Charlotte Pauly (1886-1981) in Köpenick konnte oder musste zeitweise mit ihrer Kunst ihren Lebensunterhalt bestreiten.
Einer von ihnen ist Klaus Dittrich. Da es zahlreiche Personen mit diesem Namen gibt (darunter Professoren und Senatoren) sei es gestattet, seine Vita hier kurz zu umreißen:
Er wurde 1941 in der „Lutherstadt“ Wittenberg geboren, zog mit der Familie dann aber 1953 nach Bad Liebenwerda, dem Geburtsort des Malers Erwin Wendt (1900-1951). In Elsterwerda machte er 1959 sein Abitur und ging von 1959 bis 1961 zur Nationalen Volksarmee der DDR. Ob er zu diesem Zeitpunkt bereits Quäker war oder später der „Religiösen Gesellschaft der Freunde (Quäker) in der Deutschen Demokratischen Republik“ beitrat, entzieht sich meiner Kenntnis. Anschließend studierte er an der TU Dresden Physik, war dann Entwicklungsingenieur im Direktorat für Forschung und Entwicklung des Stahl- und Walzwerkes Riesa und dann bis 1990 Mitarbeiter an der DEFA-Zentralstelle für Filmtechnik. Nach der Friedlichen Revolution arbeitete er noch fünf Jahre bei der Firma ASTeX GmbH als Prüfungsingenieur.
Viele Leser der Zeitschrift „Quäker“, des Zweimonatblatts der deutschen und österreichischen Quäker, kennen Dittrich durch seine zahlreichen Schwarz-Weiß-Zeichnungen schon recht gut. Jetzt besteht im Berliner Quäkerbüro die Möglichkeit, eine kleine Auswahl seiner Arbeiten im Original zu sehen. Zur Kunst kam er durch seinen Zeichenlehrer Michael Müller und setzte diese Beschäftigung 1965/66 fort, als er begann, sich mit Druckgrafik und Keramik zu beschäftigen. Bald wurde mehr daraus: 1967 gründete er im Klubhaus der Gewerkschaften des Stahl- und Walzwerkes zwei Keramikzirkel. Weitere solche Keramikzirkel folgten nach seinem Umzug in Berlin 1973, v.a. an der VHS Treptow-Köpenick (auch 2013 wieder mehrfache Kurse!). Dittrich ist auch Mitglied der Kunstwerkstatt Treptow e.V.


Die gezeigten Impressionen strahlen Ruhe und Frieden aus. Es sind eingefangene Stimmungen auf Urlaub oder Reisen, meist in Ländern am Mittelmeer. Man könnte neidisch werden, wenn man tagein tagaus in Berlin arbeiten muss und diese schönen Orte vorgesetzt bekommt! Die Werke entstanden in den zurückliegenden Jahren, nachdem sich Dittrich mehr auf Zeichnungen, Malerei und Fotografie konzentrierte.

Wer sich weiter für das Schaffen Dittrichs interessiert, dem sei die Nummer 6 2012 der Zeitschrift „Neue Keramik“ empfohlen.

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