Sonntag, 22. April 2012

Karl Kautsky: Heuchel-Quäker?

               Quelle: wikimedia
Karl Kautzky

Kritische Bemerkungen über die Quäker kennt man haufenweise, meist aus dem 17. oder 18. Jahrhundert. Diese aber war mir neu:  „Die Abschreckung ist ein machtvolles Mittel der Politik, der internationalen, wie der inneren (...). Ebenso (wie der Krieg) wirkt die Revolution. Sie tötet einzelne und schreckt tausende ab. In diesem Sinne unterscheidet sich der rote Terror prinzipiell nicht vom bewaffneten Aufstand, dessen direkte Fortsetzung er ist. Den staatlichen Terror der revolutionären Klasse kann nur der „moralisch“ verurteilen, der überhaupt jede Gewalttätigkeit – folglich auch den Krieg und jeden Aufstand – prinzipiell (in Worten!) ablehnt. Dazu muss man einfach ein heuchlerischer Quäker sein.“ (S.43)

Geschrieben hat diese Zeilen der Sozialdemokrat Karl Kautsky, und zwar nicht 1672 oder 1845, sondern 1921, also direkt nach den Hilfsaktionen der Quäker, die auch Russland zugute kam!
Karl Kautsky: Von der Demokratie zur Staatssklaverei, Eine Auseinandersetzung mit Trotzki, Verlagsgenossenschaft Freiheit, Berlin, 1921.

Ich verdanke diese Erkenntnis Rudolf Homann und seinem Polit-Blog.