Mittwoch, 22. Februar 2012

Einstein ganz privat

Privates geht immer. Das dachte sich auch die Quäkerin Hedwig Born bei ihrem gleichnamigen Beitrag von 1955, der jetzt nachträglich online gegangen ist. Der Vorteil am Internet ist, dass man solche Beiträge leicht findet, von denen man früher nie gehört hätte.

Hier die entscheidende Passage:

Viel später, 1949, fragte ich ihn einmal brieflich, wie er zum Ideal des «einfachen Lebens» stehe, wie es die Gesellschaft der Freunde (Quäker), zu denen ich seit 1937 in Edinburgh gehörte, ihren Mitgliedern anempfiehlt, weil sie in jeder Art von persönlichem Luxus die Saat der Kriege erblickt. Er antwortete: «Nun fragen Sie mich, wie ich es mit dem einfachen Leben halte. Ich habe einfach mehr Freude am Geben als am Empfangen in jeder Beziehung und nehme mich nicht wichtig, auch das Treiben des Haufens nicht, schäme mich nicht meiner Schwächen und Laster und nehme von Natur die Dinge mit Humor und Gleichmut hin. Viele sind ja so, und ich kann es absolut nicht begreifen, dass man aus mir eine Art Idol gemacht hat. Es ist wohl ebenso wenig zu begreifen, als warum eine Lawine gerade mit einem Stäubchen losgeht und einen bestimmten Weg nimmt.»

(http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2003-47/artikel-2003-47-einstein-ganz-pr.html)

Einsteins Sympathien für das Quäkertum sind bekannt, so stammt von ihm das Zitat: „Vergessen Sie nicht, dass die mutigsten Kämpfer gegen den Militarismus aus dem Lager der Quäker, also der Religiösen, herkommen“.