Sonntag, 27. April 2014

Der Frankfurter Saalhof – besucht von William Penn

Der Saalhof war eine ehemalige Reichsburg der Staufer in der Frankfurter Altstadt nahe des Mainufers. 1604 bis 1610 wurde der Nordbau, der „vordere Bau“, für 13.000 Gulden errichtet. Bis 1697 war dieser ein kaiserliches Lehen. 1677, zu der Zeit, als die Quäker in Frankfurt auftauchten, hatte der Saal seine besten Jahre hinter sich und wurde von Patriziern als Wohnung und Lagerhalle genutzt.
Im diesem Saalhof trafen sich um diese Zeit regelmäßig einige Pietisten. Darunter befanden sich der Jurist Johann Schütz, die Studenten Otto Richardi, Johann Adolf Rhein und Johann Dieffenbach, der Literat Christian Fende und vermutlich auch der Arzt Dr. Johann Kißner. Ebenfalls dazu gehörten auch Johanna E. von Merlau und die verwitwete Maria Juliana Baur von Eyseneck. Letztere wohnte im Saalhof und hielt dort Räumlichkeiten für die Treffen bereit. Nach ihrem Versammlungsort wurden sie „Saalhofpietisten“ genannt, und, offensichtlich seit Anfang 1677 (also noch vor dem Eintreffen von William Penn) als „Quäcker“. Seit Advent 1676 hatten sich im Saalhof jeden Sonntagabend etwa zehn Personen getroffen. Die Gruppe selbst hat jedoch weder den Namen Saalhofpietisten noch den der Quäker verwendet. Es handelte sich bei der Gruppe keineswegs um einen Zusammenschluss einfacher Frankfurter, sondern um einen elitären Kreis aus dem Patriziertum und dem niederen Adel, der die Zeit für stundenlange Treffen hatte. Nur wer als wirklich fromm und gläubig galt, war hier willkommen. In ihrer Lebensweise und in ihren Glaubensansichten ergaben sich erstaunliche Ähnlichkeiten mit dem damaligen Quäkertum in England des 17. Jahrhunderts. In dem Kreis hatte die Gemeinschaft eine hohe Bedeutung, gegenseitiges Helfen, Ermahnung und Erbauung wurden ernst genommen, vielleicht etwas zu ernst. Laien und Frauen konnten hier die Bibel lesen und sich über ihre Glaubenserfahrungen austauschen. Besondere Bedeutung hatte die Lehre vom inneren Licht und vom Perfektionismus. Ab 1682 nahm dieser Kreis nicht länger an den Gottesdiensten der lutherischen Amtskirche teil, wurde aber auch keine feste Institution, sondern verschwand sang- und klanglos im Nirgendwo.
Am 18. August 1677 waren William Penn, George Keith und Benjamin Furly in Frankfurt eingetroffen. Sie hatten zuvor Herford, Paderborn und Kassel bereist. 





William Penns Deutschlandtour 1677.
Rot: erste Rundreise Juli bis September. Blau: zweite Rundreise September bis Oktober.

September 2014: Tagung „Radikale Reformatoren“

Gefreut habe ich mich, als sich nach langer Zeit Wolfgang Krauß von den Mennoniten wieder bei mir meldete mit der Bitte, einen Vortrag über Mikrogeschichte und Quäkertum in der Frühen Neuzeit zu halten. Dieser soll den besonderen Aspekt der ersten Quäker in Kriegsheim, Worms und Heidelberg um die Mitte des 17. Jahrhunderts berücksichtigen. Der Rahmen ist die Fachtagung „Radikale Reformatoren“ und wird vom 26. bis 28. September 2014 in Worms stattfinden. 

Titelblatt der Wormser Prophetenübersetzung (1528) wikimedia

Das Programm verspricht neue Impulse und Anregungen für diejenigen, die sich für freikirchliche Richtungen neben den großen Konfessionen, vor allem in der Frühen Neuzeit, interessieren: Unter anderem wird Alejandro Zorzin über die Wormser Propheten (1527/28) berichten, die vor allem nach der Niederlage der Bauernbewegung unter Verfolgung eigene eschatologische Erwartungen entwarfen und diese über den Drucker Schöffer verbreiteten.


Astrid von Schlachta wird die akademische Debattenkultur als Kommunikationsmittel der Reformation bzw. asymmetrische Kommunikation näher erläutern, vor allem anhand einer Gegenüberstellung von Lutheranern und Taufgesinnten im Pfeddersheimer Religionsgespräch.

Durch die Tagung werden Volker Gallé und Wolfgang Krauß führen.

Saragossa

Entdeckt in Saragossa, Ecke Calle Conde Aranda / Av. César Augusto:


Tracy Chevalier: „Die englische Freundin: Roman“

Immer wieder erscheinen Quäkerromane, bzw. Romane, in denen Quäker eine bedeutende Rolle spielen. Schon im 19. Jahrhundert wurden gerne Quäkerfiguren auf die Theaterbühnen gebracht, und Quäker im Wilden Westen sind ein ganz eigenes Thema. Eines der neueren Fantasiewerke hat den Titel „Die englische Freundin: Roman“ und wurde von der amerikanischen Schriftstellerin Tracy Chevalier (geb. 1962) verfasst, die heute in London lebt, also dem einstigen Weltzentrum des Sklavenhandels. Die deutsche Erstauflage erschien im 2013 im Knaus-Verlag (ISBN: 3-8135-0595-2), Preis: 15.99 €
Die Handlung ist schnell wiedergegeben: Honor, die Heldin des Romanes, ist eine verliebte Quäkerin, die aus Kummer und Enttäuschung über ihren Verlobten von England nach Amerika auswandert. Dort kommt sie auf Plantagen mit Sklaven und Skalvenhaltern in Berührung, was der bislang etwas weltfremden Romanheldin gar nicht gefällt. Zunehmend beschäftigt sie sich mit dem Problem des Abolitionismus (vor allem in der Mitte des Buches).

Michael Blume: „Politikferne Staatsgründer - Die Quäker und Pennsylvania“

Der Religionswissenschaftler Dr. Michael Blume ist einer der Online-Autoren, der hin- und wieder etwas zum Quäkertum beiträgt, so zuletzt im Februar und März 2014. Die zweiteilige Serie hat den Titel „Sie zitterten nur vor Gott – Die Quäker“ bzw. „Politikferne Staatsgründer - Die Quäker und Pennsylvania“. Der Text ist ein Auszug aus dem Sciebook "Baptisten, Quäker, Unitarier", erhältlich als eBook und als Taschenbuch. Ich empfehle es hier gerne. Teil eins gibt Lesern, denen die Quäker noch unbekannt sind, eine allgemeine Übersicht über Glaube und Geschichte. Der darauf aufbauende zweite Teil fokussiert sich dann auf William Penn, den Gründer der Kolonie und des späteren Bundesstaates Pennsylvania.

Mehr zu den amerikanischen Quäkern in deutscher Sprache: Blumes Buch 
"Baptisten, Quäker, Unitarier"


Sarah Lentz: ein Forschungsprojekt zu Quäker und Abolitionismus

Zweifelsohne war und ist der Kampf gegen die Sklaverei eines der großen Quäkerthemen, man denke nur an Persönlichkeiten wie Benjamin Lay, John Woolman oder Laura S. Haviland. Auch in jüngster Zeit haben sich Quäker immer wieder an Initiativen beteiligt, die gegen neue Formen der Ausbeute oder des Menschenhandels gerichtet sind.
Nun ist die Bremer Historikern Sarah Lentz Anfang dieses Jahres mich herangetreten mit der Bitte um einen Austausch zu diesem Thema. Eine solche Studie ist nicht nur für die USA oder England von Interesse, sondern ermöglicht auch neue Aufschlüsse zu den Quäkergemeinden in Bad Pyrmont/Friedensthal, Herford, Hille und Minden.
Die Forderung des Abolitionismus wurde von ausländischen Quäkern im 19. Jahrhundert durchaus an verschiedene deutsche Höfe gebracht, aber weit hinter der Gefängnisreform. In den zahlreichen Journals kann man dazu Hinweise herausdestillieren. Erfolgsversprechend scheint zu sein, sich die Journals/Tagebücher aller englischen und amerikanischen Quäker durchzusehen, die Deutschland bereist hatten. Schon ab den 1820er Jahren gab es Versuche von Seiten der Quäker, im deutschsprachigen Raum für den Widerstand gegen den immer noch fortwährenden Sklavenhandel und die Sklaverei allgemein zu werben (z.B. durch Josiah Forsters „Ansprache an die Bewohner Europas über die Verwerflichkeit des Sklavenhandels“ von 1822 oder durch William Forsters „An die Souveraine und Obrigkeiten der Nationen Europas und anderer Welttheile“ von 1849).

Hanna Jordan verstorben (1921-2014)

Am 26. Januar diesen Jahres (2014) ist Hanna Jordan verstorben. Viele deutsche Quäker haben diese bewundernswerte Persönlichkeit gekannt und geschätzt - so ist es verständlich, dass Quäker und Freunde der Freunde mit Trauer, aber auch mit Achtung vor ihrem Leben auf die Nachricht reagierten.
Fast jeder hat persönliche Erinnerungen an Hanna Jordan, die sich auf zahlreichen Quäkertreffen einbrachte und ihre Wohnung in Wuppertal zu einem lebendigen Ort der Begegnung machte. „Minizentrum“ wurde es genannt.

Stephen Crisp (1628-1692): Der Autor von „ Short History of a Long Travel from Babylon to Bethel“

Stephen Crisp war der Sohn des gleichnamigen Kleidungshändlers Stephen Crisp und seiner Frau Elizabeth (Crisp), die von Holland aus nach England eingewandert waren. Dem Sohn wurde eine gute schulische Ausbildung in Colchester ermöglicht, so dass er in der Lage war, Latein zu lesen und zu schreiben. Seinen Lebensunterhalt verdiente er als Geschäftsmann im Textilgewerbe. 1648 heiratete er Dorothy (Familienname unbekannt) und gründete einen Haushalt in Colchester. Bis 1648 hielt Crisp sich zu einer Separatistengruppe, anschließend zu den Baptisten, bei denen er auch als Lehrer tätig wurde. Nachdem der Quäkermissionar James Parnel (um 1637-1656) in der Stadt gepredigt hatte, schloss sich die Familie Crisp 1655 der Quäkerbewegung an.

Sonntag, 6. April 2014

Die Herforder Abtei

Im 17. Jahrhundert war Herford eine wichtige Anlaufstelle im Netzwerk sowohl der Quäker als auch der Pietisten. Hierher hatte sich die Pfalzgräfin Elisabeth zurückgezogen, eine Tochter von Friedrich V., dem Winterkönig, und Elisabeth Stuart, einer Tochter von König Jakob I. von England. William Penn und weitere Quäker – meist adeliger Abstammung – besuchten erstmals im Jahre 1671 Herford. Sechs Jahre später kam es nochmals ab dem 9. Juni 1677 und ein letztes Mal auf der Rückreise Ende Juli des gleichen Jahres einen Besuch in Herford. Die Besuche sind oft geschildert worden, tlw. etwas farbenreich, und waren v.a. ein Schwerpunkt der Kirchen- und Religionsforschung zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
In Herford übernachteten William Penn und der Quäker-Theologe Robert Barclay im Gasthaus „Zur Krone“, das am Alten Markt lag und 1594 erbaut worden war (vermutlich Alter Markt Nr. 4). Die Quäkerversammlungen fanden damals in der Abtei statt, die gegenüber der Stiftskirche lag, wozu Elisabeth auch Bedienstete und Einwohner Herfords einlud – freilich nur ausgewählte Personen, die keinen Ärger zu machen versprachen.

         Fundamente des ehemaligen Wohntrakts der Abtei, in der sich auch William Penn bei seinem Besuch aufhielt.

Bei seinem Besuch hat Penn einen ausführlichen Bericht über seine einstmalige „Bekehrung“ zum christlichen Glauben (in der Form des Quäkertums) vorgetragen. Trotz mühevollen Suchens vieler Wissenschaftler ist dieser Bericht, der damals handschriftlich aufgezeichnet worden ist, nie aufgefunden worden.

Manfred Henke: „Wir haben nicht einen Bettler unter uns“

Dissertationen zu Quäkern und Quäkertum an deutschen Hochschulen sind nicht ganz so selten, wie man zunächst glauben mag; ich kenne circa 20 Arbeiten, die seit circa 1880 in Deutschland entstanden sind. Die neueste Arbeit verfasste Manfred Henke, unter dem Titel „Wir haben nicht einen Bettler unter uns: Studien zur Sozialgeschichte der frühen Quäkerbewegung“. 


Es handelt sich um eine anspruchsvolle soziale Analyse der ersten frühen Quäker des 17. Jahrhunderts, mit einem regionalen Schwerpunkt auf Cumberland und Westmorland (wo die Quäker traditionell sehr stark vertreten waren). Gleichzeitig wird Armut und Reichtum dieser ersten Quäkergeneration untersucht. Grundlage der Sozialanalyse ist ein breites statistisches Quellenmaterial (Herdsteuern), das von Henke in Karten anschaulich übertragen wurde.

Die Dissertation wurde unter Professor Volker Seresse und Professor Hartmut Lehmann, einem ausgewiesenen Pietismus- und Freikirchen-Experten, eingereicht. Der große Vorteil dieser Arbeit ist, dass sie bereits im Netz frei zugänglich ist:



Gleichzeitig hat mich der Verfasser darauf hingewiesen, dass „Wir haben nicht einen Bettler unter uns“ im etablierten be.bra-Verlag demnächst auch im Druck erscheinen wird:

Dr. Manfred Henke

„Wir haben nicht einen Bettler unter uns“

Studien zur Sozialgeschichte der frühen Quäkerbewegung

ca. 320 Seiten, 15 Abb., Paperback

ISBN 978-3-95410-027-9

erscheint April 2014

26,00 €


Was mich besonders gefreut hat, ist, dass Henke ebenfalls wie ich das Woodbrooke-College in Birmingham besucht hat. Henke ist jedoch nicht Quäker geworden, sondern hat seine religiöse Heimat bei der Neuapostolischen Kirche gefunden. Mit diesem Hintergrund ist seine Studie zum Quäkertum doch ein Novum an einer deutschen Universität und belegt, wie konfessionsübergreifend inzwischen gearbeitet werden kann.

Austritte und Ausschlüsse aus deutschen Quäkergemeinden im 19. Jahrhundert: Forschungsstand und Ausblicke

1838 schrieben die Mindener Quäker die örtliche preußische Regierung an, um ihr den Ablauf ihrer Hochzeit zu erklären und deren staatliche Anerkennung voranzutreiben. Hauptpunkt war die Abwesenheit eines Geistlichen, ansonsten war der Verlauf wenig spektakulär, so dass selbst die Quäker über sich schreiben konnten: „They do it in the same way as in other Christian communities“. In Wirklichkeit waren aber Hochzeit und Ehe ein Punkt mit vielen Besonderheiten, um die innerhalb der deutschen Quäkergemeinde im 19. Jahrhundert häufig gestritten wurde und nicht selten das Eingreifen der Engländer zur Folge hatte.

Ergänzungen zum Rest-Home - Dank an Thomas Nauerth

Im Januar diesen Jahres schrieb mir Dr. Thomas Nauerth: „mit großem Interesse habe ich Ihren Beitrag "Neues zum „Rest-Home“: Hilfe für Opfer der NS-Diktatur 1933-1939 in Deutschland" gelesen“ und berichtete mir von einem neuen Fund, der auch meine Forschungen zum Rest-Home wieder um ein kleines Mosaiksteinchen ergänzt. Es handelt sich um die biographischen Erinnerungen von Kurt Keiderling, die von Thomas Nauerth derzeit bearbeitet werden und, so Gott will, hoffentlich bald der Wissenschaft und dem interessiertem Publikum vorliegen werden. Keiderling war als Leitungsmitglied des Rhönbruderhofes im April 1937 verhaftet worden und wurde nach zwei Monaten entlassen. Dabei bekam er die Adresse von einem "Hotel in Königsstein im Taunus" übermittelt, wobei es sich um das Rest-Home der Quäker handelte.

Rest-Home-Erinnerungen von K. Keiderling
So kennen wir nun auch zwei neue Kontaktpersonen, die Aufenthalte in das Rest Home vermittelten, nämlich den Rechtsanwalt Eisenberg und den holländischen Vermittler Geel von Gildemeester. Beide hatten Kontakte zu den deutschen Quäkern und zu der Bruderhofbewegung. Es ist erwiesen, dass internationale Besucher noch 1935 den Bruderhof besucht haben: „So war zum Beispiel im Sommer 1935 (...), auch der Quäker Jack Hoyland mit zehn bis zwölf jungen Männern (anwesend), um das Gemeindeleben kennenzulernen“. Mitglieder der Bruderhof-Bewegung richteten zu dieser Zeit auch einen Hilferuf an MacMaster, einen US-amerikanischen Quäker. Dieser arbeitete seit April 1933 in Berlin im Internationalen Quäkerrbüro. Ausländer aus den USA waren hier besonders wichtig, da sie das begehrte „Affidavit“, eine Art finanzielle und moralische Unbedenklichkeitsbescheinigung, die zur Ausreise nach Amerika notwendig war, vermitteln konnten.

Mittwoch, 2. April 2014

Herbert Friedrich Witzel: Buch über die Quäker in Berlin

Das Quäkertum durchzieht das Leben von Herbert Friedrich Witzel wie ein roter Faden. Unter anderem hat er auf einem pazifistischen Brüderhof in England gelebt und war um 2002/03 immer wieder zu Gast in der Planckstrasse. Zu dieser Zeit hatte ich auch einmal für Witzel das Quäkertum bei einer Berliner Baptistengemeinde vorgestellt.
Beeindruckende Spiritualität: Herbert Friedrich Witzel 
Nach längeren Vorüberlegungen hat der Schriftsteller Witzel sich nun entschlossen, ein kleines Buch über die Quäker in Berlin zu schreiben – so etwas gibt es tatsächlich noch nicht. Den letzten Ausschlag gab das irische Volkslied „Merrily kiss the Quaker's wife“, welches die Harfensitin Nadia Birkenstock im September diesen Jahres in Berlin präsentieren wird (eigene Ankündigung folgt) – eine Veranstaltung, die von Witzel organisiert wird.

Da ich das Vorhaben von Herrn unterstützen möchte und beratend zur Seite stehe, hatten wir bereits ein erstes Treffen mit Überlegungen, Ideen, Inspirationen. Dabei fragte ich nach den zentralen Berührungspunkten zu den Quäkern in seinem Leben. Witzel zog ein kleines Büchlein hervor und sprach über das Gedicht „Das Ewige ist still“ von Wilhelm Raabe, der wie Witzel aus Braunschweig stammt. Zentral (für Quäker) ist die dritte Strophe: 
„Das Ewige ist stille
laut die Vergänglichkeit;
schweigend geht Gottes Wille
über den Erdenstreit“.

Dieser Spruch hing nun während der Zeit des Nationalsozialismus im Flur des Berliner Quäkerbüros. Viele Verfolgte, Juden, Kommunisten und Sozialdemokraten haben diese Zeilen gelesen und sich ihre Gedanken dazu gemacht. Ob es nun „Zufall“ ist oder nicht: genau diese Zeilen wurden wenige Tage, bevor ich Witzel zu Gast hatte, in der Sonntagsandacht der Berliner Quäker ausgesprochen.


Herbert Friedrich Witzel:

-1949 in Braunschweig geboren, zog 1971 nach Berlin, wohnt seit 2013 in Neukölln. Nach dem Studium der Germanistik und Pädagogik und ersten schriftstellerischen Arbeiten in den 1970er Jahren folgte eine 15 Jahre lange schöpferische Pause. 
-Seit 1989 im kaufmännischen Bereich tätig
-Seit 2006 Mitarbeiter beim "Berliner Büchertisch e.V."
-Seit 1995 schreibt Herbert-Friedrich WiTzel wieder, nach Buchveröffentlichungen jetzt auch für den "BrückenBauer Friedrichshain-Kreuzberg interkulturell" und für den "Neuköllner Dschungel - Zeitschrift für Kiez und Kultur". 
-Seit 2012 verstärkte Konzentration auf eBooks. 
-Seit 2013 gibt es "WiTzels Lied- und Lesebühne" nach dem Motto: "Alles wirkliche Leben ist Begegnung"(Martin Buber).

Maria Thum-von Heyl: Öffentlicher Vortrag zu Elizabeth Fry in Köln

Maria Thum-von Heyl wird am 8. April, um 15:30, in Köln über die Quäkerin Elizabeth Fry sprechen, im Rahmen des Frauenclubs "Lyceum Club Köln". Der Ort ist die Residenz am Dom, An den Dominikanern 6-8, 506608 Köln. Thum-von Heyl hat selbst mütterlicherseits familiäre Wurzeln, die bis zu Elizabeth Fry reichen. Ich hatte die Referentin zuletzt im September 2012 persönlich gesprochen, und möchte Ihren Vortrag wärmstens empfehlen. Gleichzeitig ist es für mich ein willkommener Anlass, noch einmal Leben und Wirken von Elizabeth Fry in Erinnerung zu rufen:

Wikimedia
Die spätere Reformerin kam als Elizabeth Gurney am 21. Mai 1780 in Gurney Court in Norwich zur Welt. Ihre Kindheit verbrachte „Betsy“ im nahegelegenen Earlham Hall, dem Anwesen der Familie. Ihr Vater, der Quäker Joseph Gurney (1749-1809), war ein erfolgreicher Kaufmann, Schlossbesitzer und Bankier, ihre Mutter Catherine stammte aus der Barclay-Familie, die ebenfalls im Bankwesen operierte. Da sie früh verstarb, war Elizabeth, das vierte von elf Kindern, bereits mit 12 Jahren für ihre jüngeren Geschwister verantwortlich, insbesondere für Hannah Gurney (gest. 1872) und Joseph John Gurney (1788-1847).