Montag, 31. März 2014

Freikirchen-Tagung in Elstal: Jalka referierte über "Quäker und Moderne" (März 2014)

Schon seit langem war es mir ein Anliegen, Jalka, eine Quäkerin und Friedenspädagogin aus Wien, einmal zu einem Vortrag zu den Treffen des Vereins für Freikirchenforschung einzuladen. Hier haben wissenschaftliche Vorträge genauso ihren Platz wie Beiträge aus Praxisfeldern. Dieses Jahr im Frühjahr hat es endlich einmal geklappt, vor allem, weil das Tagungsthema geeignet war: Friedensthelologie und Friedensengagement ist ein Thema, bei dem die historischen Friedenskirchen natürlich einen Beitrag liefern können, und das sind, neben den Mennoniten, in Deutschland die Quäker. Die Freikirchen haben hier zu verschiedenen Zeiten unterschiedliche theologische Schwerpunkte gesetzt und damit auf die drängenden Konflikte ihrer Zeit reagiert. Einige dieser Ansätze und ihre praktischen Auswirkungen zu beleuchten, war das Thema, welches der Verein vom 14.-16. März 2014 in Elstal bei Berlin abgehalten hat.

Dr. Thomas Hahn-Bruckart im Gespräch mit Jalka

Da Jalkas Vortrag im kommenden Jahrbuch auch schriftlich vorliegen wird, kann ich mich hier auf einige allgemeine Bemerkungen beschränken.

Geburtstag 2014: John Lilburne (um 1614-1657), ein Quäker von echtem Schrot und Korn

Im 17. Jahrhundert schlossen sich zahlreiche Dissidenten, Suchende und Nonkonformisten den Quäkern an. Einer davon war John Lilburne, der jüngere Bruder von Robert Lilburne (1613-1665), eines späteren Militärstrategen. John wurde um das Jahr 1614 am englischen Königshof, an dem seine Eltern als Bedienstete arbeiteten, als Sohn von Richard Lilburne geboren. Frühzeitige war er für gesellschaftliche Unterschiede sensibilisiert und erwärmte sich für radikale Ideen religiöser Randgruppen, vor allem die der Puritaner, deren Schriften er bald illegal aus Holland einführte. Um 1636 wurde er deswegen inhaftiert und gefoltert, bis er 1640 durch den Lordprotektor Oliver Cromwell (1599-1658) freigelassen wurde. Folgerichtig kämpfte er im Englischen Bürgerkrieg auf dessen Seite, bis zum Jahr 1645, da er den Friedensvertrag mit den Königstreuen Schottlands ablehnte. Jetzt schloss er sich den Levellers, den „Gleichmachern“, an, zu deren Wortführer er bald werden sollte. 

source: wikimedia

Die Levellers waren eine Sammelbewegung von Entrechteten und Idealisten, die vor allem für die ökonomische und juristische Gleichheit derjenigen eintraten, die das Bürgerrecht besaßen.

Gesucht: Zeitzeugen zu der Quäker-Hilfe in Freiburg

Für einen Dokumentarfilm werden Zeitzeugen gesucht, die die Hilfsdienste der englischen und US-amerikanischen Quäker erlebt haben und dazu etwas sagen können. In Freiburg hat es eigentlich immer eine größere Quäkergruppe gegeben, die mit der dortigen Universität in Verbindung stand. Wer dazu etwas beitragen möchte, kann sich bei Herrn Dirk Adam melden:

Kontakt für Zeitzeugen:

Tel. 0761/59 47 95 69
E-Mail: adam.dirk@gmail.com


Eine erste Publikation gibt es bereits: Franz Flamm: Freiburger Erinnerungen an die amerikanischen Quäker 1920-1953, Freiburg 1990. Ergänzend dazu aus Perspektive der Quäker: Karl-Heinz Ulhaas: Mein Leben. Die ersten 75 Jahre. Ein Bericht. Für seine Familie und seine Freunde, Freiburg 2000.

Sonntag, 30. März 2014

Niederdeutsches Bibelzentrum St. Jürgen in Barth: Ausstellung zu Eberhard Tacke eröffnet

In den letzten Monaten habe ich intensiv mit der Kunst von Eberhard Tacke beschäftigt. Zu Tacke bereitete das Bibelmuseum in der Stadt Barth eine Ausstellung vor, die am 29. März 2014 von dem Direktor Johannes Pilgrim, der Mitarbeiterin Irene Schuhmacher-Reidel und mir feierlich eröffnet wurde und seitdem der Öffentlichkeit zugänglich ist.
"Ad altiora tendo": der Wahlspruch des Künstlers, in dem auch leise das ethische Streben des Quäkertums anklingt.



                Impressionen von der Eröffnungsfeier, © Niederdeutsches Bibelzentrum St. Jürgen, Barth 

Diese Zeilen schreibe ich auf der Rückreise von Barth nach Berlin. Selten habe ich so schöne Begegnungen und Anregungen von einer Veranstaltung mitgenommen wie am heutigen Tag. Die anregenden Gespräche über Tacke, über das Quäkertum, über Frieden, Ethik, unsere Gesellschaft und vieles andere wollten gar kein Ende mehr nehmen ... und werden, so Gott will, an anderem Ort in anderem Rahmen eine Fortsetzung finden.