Montag, 30. April 2012

Inhaltsverzeichnis Heft 1 2012

Hier folgt (in Auswahl) das Inhaltsverzeichnis der letzten Quäkerausgabe Heft 1 2012, Jahrgang 86:

Maurice de Coulon: Gedanken zur Ökumene.
Nigel Dower (aus England): Thema Atheismus.
Michael Seeber: Aufgeklärtes Christentum
-wobei der Autor klar Position bezieht und den Quäkern empfiehlt, sich vom Christentum zu verabschieden.
Martin Januschek: zum Übersetzungsproblemen bei dem Quäkerspruch „That of God“
(offenbar eine Serie – im nächsten Heft geht’s mit „Attenders“ weiter).
Lutz Caspers I: zum Rundbrief

Paul Kyssel-Steeples: Spirituelles Wachstum


Demnächst, am 2. Mai 2012, wird Paul Kyssel-Steeples bei den Berliner Quäkern einen öffentlichen Gesprächsabend zum Thema „Spirituelles Wachstum“ halten.
Es geht um die Frage, woher wir heute unsere spirituelle Kraft ziehen, und wie Quäker damit umgehen. Zu diesem Abend ist jeder willkommen, und besondere Vorkenntnisse sind nicht notwendig. Bringt gute Absichten mit, gegenseitig in Liebe und Achtsamkeit zu wachsen.

Zeit: 19 Uhr
Ort: Planckstraße 20 

(nicht ganz leicht aufzufinden: am großem, braunen Tor durchgehen, wenn geschlossen, links die Klingel finden, dann über den Hof laufen, linke Richtung. Es ist ein Seitenflügel, KEIN Hinterhaus. Dort die Tür rein, und eine kleine Treppe nach oben. Von zwei gegenüberliegenden Türen die rechte Tür rein - und schon ist man da!)

Herrnhuter Brüdergemeine und Quäker: Tierschutz im 19. Jahrhundert

Tierschutz ist eines der Anliegen, welches sowohl die Quäker als auch die Herrnhuter Brüdergemeine beschäftigte.

Das Eintreten der Quäker für den Tierschutz belegt diese schöne Zeichnung von 1841: Eine Gruppe Schaulustiger beobachtet einen Hahnenkampf, der Quäker steht missbilligend abseits.

Ludwig Nikolaus von Zinzendorf, der Gründer der Brüdergemeine, lebte von 1700 bis 1760. Er wurde in Sachsen geboren und in Halle an der Saale ausgebildet. Ab 1722 errichtete er mit böhmischen Glaubensflüchtlingen die pietistische Siedlungsgemeinschaft Herrnhut, von der aus weitere Siedlungen gegründet wurden. Die politische Situation in der Mitte des 18. Jahrhunderts und die spezifische Frömmigkeit der Herrnhuter, die sich an der liebenden Herzensneigung zu Christus maß, ließen die Brüdergemeine mit eigener Verfassung, Synode und Kirchenleitung zur evangelischen Freikirche außerhalb der lutherischen Kirche werden.

Wolfgang Koch: Warum der Buddha kein Buddhist war.

Zu diesem bekannten Zitat von Max Glashoff (geb. 1912) schrieb Wolfgang Koch auf blogs.taz.de eine kurze Kolumne, in der am Rande auch die Quäker vorkommen: Lesenswert.

Quäkerin der Woche (18): Martha Simmonds


Martha Simmonds wurde im Januar des Jahres 1624 in der Gemeinde Mere (Somerset) als Tochter von George und Elizabeth Calvert geboren. Am 28. Januar 1624 wurde sie getauft. Giles Calvert (1612-1663), ein Buchdrucker der Quäker, war ihr älterer Bruder. Marthas Ehemann Thomas Simmonds arbeitete ebenfalls als Buchdrucker und verlegte die Schriften seiner Frau. Ab den frühen vierziger Jahren lebte sie mit ihrem Ehemann in London. Bereits im Jahre 1654 bekannte sich Martha Simmonds in London öffentlich zum Quäkertum, nachdem sie vierzehn Jahre auf der religiösen Suche gewesen war. Während des Jahres 1655 reiste sie in Begleitung von James Parnell (Parnel) als Predigerin in Ostengland umher. Um ihrem Schmerz über die Sünden der Menschheit und über die Gefangenschaft vieler Quäker Ausdruck zu verleihen, kleidete sie sich zeitweise mit einem Sack, streute Asche über ihr Haupt und trug keine Schuhe mehr.

:-

Stellvertreter

Sonntag, 22. April 2012

Magda Kelber: Sozialpädagogin, Sozialarbeiterin und Erfinderin der Gruppenpädagogik

Magda Kelber, die Tochter von Julius Kelber und Pauline (geb. Ostertag), erblickte am 7. Juni 1908 im fränkischen Aufseß das Licht der Welt. Sie war das fünfte von sechs Kindern und wuchs in einem lutherischen Pfarrhaus in Nürnberg auf, wo sie das Lyzeum und das städtische Mädchengymnasium besuchte. Nach dem Abitur als Jahrgangsbeste studierte sie in Erlangen, Wien, Königsberg und München, wo sie 1932 in Volkswirtschaft mit der Studie „Die abgeleiteten Einkommen“ promovierte.

Lässig in Pose gesetzt: Magda Kelber unmittelbar vor ihrer Auswanderung 

1933 begab sie sich aus ökonomischen Gründen nach England, wo sie das Quäkertum intensiv kennen lernte und Mitglied des „London Yearly Meeting“ wurde. Erst nach 1964 übertrug sie ihre Mitgliedschaft auf die Deutsche Jahresversammlung der Quäker. Dank der Hilfe von Antonie Nopitsch (1901-1975) hatte sie in England ein einjähriges Stipendium am Quäker-College Woodbrooke (Birmingham) erhalten. Bis 1936 war sie am „Educational Settlement“ in Seaham Harbour als Deutschlehrerin und Erwachsenenpädagogin angestellt, anschließend gründete sie in Sunderland eine Abendschule für Erwachsene. 1940 wurde sie als Angehörige eines Feindstaates verhaftet und bis 1941 in Port Erin auf der Isle of Man interniert. Dort lernte sie die Pädagogin Minna Specht (1879-1961) kennen, mit der sie eine lebenslange Freundschaft verband. Nach ihrer Freilassung arbeitete Kelber bis Kriegsende als freischaffende Journalistin in London, lebte im Stadtteil Hampstead und war im dortigen Hampstead Monthly Meeting aktiv.

Die Bibel ist nicht hoch heilig - sondern nur etwas heilig?


Der Berliner Quäkerblog bringt hin und wieder Sprüche, die fast immer von angloamerikanischen Quäkern stammen - fast könnte man meinen, es würde in Berlin keine Quäker geben. Wer die Sprüche für die Online-Community auswählt, ist leider nicht bekannt.
Jetzt wurde unter der Überschrift „Die Bibel ist nicht hochheilig“ (wer sagt, dass sie hoch heilig ist? Ist sie nun heilig, aber nicht „hoch heilig“? Was versteht man überhaupt unter hoch heilig?) folgender bibelkritischer Spruch geschaltet:

„Die Bibel ist nicht hoch heilig. Sie kommt aus Zeiten, die sich sehr von unseren unterscheiden, mit einer ganz anderen Auffassung vom Menschen. Sie enthält nicht die absolute, buchstäbliche Wahrheit (…) Aber wichtiger als alles andere ist die Verankerung des Göttlichen, die in der Tiefe eines jeden Menschen gefunden werden kann; dies kann nicht in Worte gefasst werden, muss im Leben und in zwischenmenschlichen Beziehungen ausgedrückt werden.“

Karl Kautsky: Heuchel-Quäker?

               Quelle: wikimedia
Karl Kautzky

Kritische Bemerkungen über die Quäker kennt man haufenweise, meist aus dem 17. oder 18. Jahrhundert. Diese aber war mir neu:  „Die Abschreckung ist ein machtvolles Mittel der Politik, der internationalen, wie der inneren (...). Ebenso (wie der Krieg) wirkt die Revolution. Sie tötet einzelne und schreckt tausende ab. In diesem Sinne unterscheidet sich der rote Terror prinzipiell nicht vom bewaffneten Aufstand, dessen direkte Fortsetzung er ist. Den staatlichen Terror der revolutionären Klasse kann nur der „moralisch“ verurteilen, der überhaupt jede Gewalttätigkeit – folglich auch den Krieg und jeden Aufstand – prinzipiell (in Worten!) ablehnt. Dazu muss man einfach ein heuchlerischer Quäker sein.“ (S.43)

Geschrieben hat diese Zeilen der Sozialdemokrat Karl Kautsky, und zwar nicht 1672 oder 1845, sondern 1921, also direkt nach den Hilfsaktionen der Quäker, die auch Russland zugute kam!

Silas Wanjala und seine augenblickliche Quäkerarbeit: ein Interview

Ich bin zurückhaltend, hier auch englischsprachige Meldungen zu bringen - meistens wird solches auf einem deutschen Nachrichtenblog doch nicht gelesen. Jetzt mache ich aber eine Ausnahme. Am 20. April 2012 hat mir Wolfgang Hertle den folgenden Text zugeschickt, den ich für die augenblickliche Arbeit des AFSC überaus informativ halte, und in dem es auch um Deutschland geht. Der Verfasser, Silas Wanjala, lebt augenblicklich in Pendle Hill, einer internationalen Quäkergemeinschaft in Pendle Hill, die ich schon vier Mal besucht habe und wo ich den Verfasser auch einmal persönlich kennen lernen durfte.

Note: The below interview by Silas Wanjala is the first in a series of interviews with Quaker activists.  I define activist in the broadest sense – those working to help to mend and heal the world, to create justice and peace from many vantage points. In order for peace to flourish, it’s my belief that we need many hands working in disparate ways to unravel the net of injustice and weave a web of compassion and love.  - Lucy

by Silas Wanjala

George Lakey is a Quaker activist and expert in nonviolent activism. George is a Visiting Professor and Research Fellow at Swarthmore College and is active in the Earth Quaker Action Team. Over the course of his career, Lakey has led 1,500 workshops on five continents. He has worked with Cesar Chavez in leading strategy workshops for activists; in the Burmese jungle he taught the theory of nonviolent struggle to pro-democracy students in a guerrilla encampment; and preceding the 1994 elections in South Africa, he co-led peacekeeping workshops with African National Congress members and others in skills of nonviolent intervention.

Achim von Borries: Stille Helfer

source: wikimedia


Die informative Broschüre "Quiet Helpers" von meinem Kollegen Achim von Borries kann inzwischen auch online gelesen werden - bislang leider nur auf Englisch: 

Mittwoch, 18. April 2012

Quäkerin der Woche (17): Elizabeth Robson


 ©Archiv C. Bernet

Elizabeth Robson aus Liverpool wurde als Tochter des Matrosen Isaac Stephenson (1694-1783) aus Bridlington Quay, Yorkshire, und seiner dritten Ehefrau Elizabeth Maire (1741-1795) aus Beeford am 25. Juni 1771 in Bridlington Quay (Yorkshire) geboren. Sie besuchte die Ackworth Schule und wurde nach dem Tode ihrer Mutter im Haushalt eines wohlhabenden Verwandten untergebracht.

Samstag, 14. April 2012

Johann Peter Hebel: Der listige Quäker (1812)


Volksaufklärer hatten ein besonderes Interesse am Quäkertum (siehe dazu meinen Beitrag: Paedagogica Quakeriana: Die Schulen der deutschen Quäker in Westfalen im 19. Jahrhundert, in: Westfälische Zeitschrift, 159, 2009, S. 281-302). Unter den Aufklärern hatte der Theologe, Pädagoge und Dichter Johann Peter Hebel (1760-1826) ein besonderes Interesse an den Quäkern, vermutlich hat er sie über seinen Freund Matthias Claudius kennen gelernt, oder die Quäker bei einem Kuraufenthalt in Pyrmont sogar selbst besucht.
source: wikimedia

Wie auch immer, es gibt von Hebel eine kleine Geschichte, die 1812 in der Zeitschrift „Der Rheinländische Hausfreund“ erschienen ist. Diebstähle, wie hier geschildert, waren damals an der Tagesordnung. Die Geschichte reiht sich ein in zahlreiche weitere wahre oder erfundene Quäkergeschichten, in denen immer die ehrlichen und friedliebenden Quäker am Ende Recht behalten – waren die Quäker im 17. Jahrhundert noch der Bürgerschreck par excellence, so waren sie zwei Jahrhunderte später zu Moralaposteln geworden.

Zeitschrift "Quäker": Vorteile einer Onlineausgabe


Unter den Zeitschriften kleiner Religionsgemeinschaften braucht sich der der „Quäker: Zeitschrift der deutschen Freunde“ nicht zu verstecken, er erscheint seit nun fast hundert Jahren und ist hierzulande die Stimme des Quäkertums.  Falls ich das hundertjährige Jubiläum erleben sollte, werde ich sicher gerne eine Würdigung schreiben. Nun plädiere ich schon seit längerem für eine Umstellung von der Papierausgabe zu einer Onlineausgabe. Die Vorteile, finde ich, sind so überwältigend, dass ich nicht verstehe, dass eine solche Umstellung von Papier auf online nicht schon längst erfolgt ist.

Hübsch im Bücherregal - aber bald Vergangenheit?

Freitag, 13. April 2012

Quäker der Woche (16): Robert Rich


Robert Rich, geboren am 16. November 1679 in London, stammte aus einer wohlhabenden Familie mit engen Verbindungen zu adeligen Kreisen. Mit dem gleichnamigen Robert Rich, Second Earl of Warwick (1587-1658), ist er jedoch nicht verwandt gewesen. Seine Bildung war hervorragend, er wusste sich in gelehrten Kreisen ebenso zu bewegen wie in den untersten Schichten der Gesellschaft. Er betätigte sich als Händler wertvoller Kleidungsstücke, sog. „Cavaliersbekleidung“, und tätigte 1651 bis 1652 in London Handelsgeschäfte. Mehrere Schiffe waren sein Eigentum und stellten die Verbindung zu seinen Plantagen auf Barbados und in Neu-England her.

Montag, 9. April 2012

Quäker-Sufi-Dialog: zu Gast beim Sheikh


Wer sich für echte Sufis interessiert, der muss gar nicht in den nahen oder fernen Osten reisen, sondern man hat diese Religionsgemeinschaft quasi vor der Haustür. Obwohl ich schon viele Jahre in Berlin lebe, habe ich von den Sufis erstmals auf der „Esoterika“, einer Fachmesse für alles Mögliche und Unmögliche, gehört. Tatsächlich, sie haben in Berlin-Neukölln ein Hauptzentrum mit vielen unterschiedlichen Angeboten, Kursen, Veranstaltungen. Sogar den Derwisch-Tanz kann man hier erlernen.

Quäkertum und Sufismus: eine ungewöhnliche Begegnung

Sonntag, 8. April 2012

Kölner Quäker werden vorgestellt: Ethnologische Großstadtfeldforschung

Im Rahmen eines ethnologischen Forschungsprojekts wurden u.a. auch die Kölner Quäker aufgesucht und "erforscht". Was dabei herausgekommen ist, kann man demnächst erfahren, wenn die Ausstellung "Von Adam bis Zarathustra - Glaubensgemeinschaften in Köln" vorgestellt wird.

Donnerstag, 10. Mai 2012, 18 Uhr, Bibliothek der Museumsgesellschaft
Leonhard-Tietz-Straße 10, 50676 Köln.

Das Händeschütteln: eine Erfindung der Quäker?

Laut einer neuen Wikipedia-Ergänzung soll das Händeschütteln eine Erfindung der Quäker gewesen sein: "In seiner heutigen Form kam der Brauch vermutlich durch die Quäker im 17. Jh. als eine vereinfachende und gleichstellende Form der Begrüßung (Etikette) auf". Nun, ich bin kein Händeschüttel-Experte, aber dieser Eintrag könnte durchaus korrekt sein, da die frühen Quäker ja einige Änderungen bei der Anrede und in den Höflichkeitsbekundungen (Stichwort Hut!) vornahmen.
Interessant finde ich auch die Neuerung des Händeschüttelns nach der Andacht, die ich bei englischen und amerikanischen Quäkernversammlungen so nicht vorfand, da dort meist die Architektur (Bänke und Galerien) solches erschwert. Auch die ersten deutschen Quäker um 1925 kannten das Händeschütteln nach der Andacht nicht - wann und unter welchen Umständen dieser Brauch aufgekommen ist, wäre einmal interessant zu erfahren. Falls ich darüber etwas herausfinden kann, werde ich diesen Eintrag ergänzen.

NDR: James Turrell von Joachim Dicks

Man darf durchaus darüber erstaunt sein, wie häufig  im Fernsehen oder Radio etwas über die Quäker zu erfahren ist - zwar nicht über die DJV, aber über das Internationale Quäkertum. Letzten Dienstag wurde die Sendung "Open Sky: James Turrells erloschener Vulkan" ausgestrahlt, worüber mich der NDR dankenswerter Weise vorab informierte, so dass ich diese durchweg interessante Sendung aufnehmen konnte.

Source: wikimedia
          Rauminstallation von Turrell: hier kann man sich mal so richtig verloren fühlen.

Quäker der Woche (15): John Perrot


Viele kennen den Quaker Parrot, doch den Quäker Perrot wohl kaum, obwohl er seine letzten Lebenstage (zufällig?) genau dort verbrachte, wo diese Quäker-Vögel zu Hause sind.

           Source: wikimedia
John Perrot wurde in Waterford (Irland) geboren, sein Geburtsjahr ist unbekannt. Er gilt als ein illegitimer Sohn des Sir John Perrot (um 1527-1592), der wiederum ein illegitimer Sohn des Königs Henry VIII. (1491-1547) gewesen war.

Sonntag, 1. April 2012

Curt Gardner und Roswitha Jarmans Gedanken zur Stillen Andacht

Ich hatte gelegentlich davon berichtet, dass es in Großbritannien inzwischen mehr deutsche und deutschstämmige Quäker gibt als in Deutschland. Das macht sich auch bei Publikationen bemerkbar, wobei es in England wesentlich einfacher ist, Quäkerbücher zu veröffentlichen als hierzulande. Jetzt wurden zwei neue Schriften von Quäkern vorgelegt, die beide aus Deutschland  stammen:
  
                                     

Vorankündigung: Vortrag in Minden, 11.12.2012

source: wikimedia
Es ist zwar noch etwas hin bis zum November diesen Jahres, aber erfahrungsgemäß planen Viele für Monate im voraus, daher also jetzt Genaueres:

2012 jährt sich zum 300. Mal der Geburtstag Friedrich II., und in diesem Zusammenhang plant das Preussenmuseum Minden Veranstaltungen zur Religionstoleranz. Am 11. Dezember 2012 wird von mir dort folgender Bildvortrag gehalten:


Die Quäker in Minden (1796-1850): Von der Duldung wider Willen zur gesellschaftlichen Integration


Minden war im 19. Jahrhundert das Zentrum des deutschen, ja sogar des kontinentaleuropäischen Quäkertums. Die Quäker, die eigentlich aus England stammen, hatten hier mit Pietisten und Quietisten um 1790 eine kleine Gemeinde gründen können. Trotz anfänglicher staatlicher und kirchlicher Verfolgung konnten sie sich in Preußen halten. Seit dem Jahre 1800 wurden sie geduldet, was ein kürzlich aufgefundenes Toleranzedikt belegt. Wenn man sich für Ökumene und andere Religionsgemeinschaften interessiert, muss man zur Kenntnis nehmen, dass es auch früher eine erstaunliche Vielfalt gegeben hat. Erstmals war in Deutschland eine Glaubensgemeinschaft präsent, die den Pazifismus vertrat oder Frauen gleichberechtigt in den Versammlungen auftreten ließ. Gleichzeitig gab es aber auch Intoleranz gegenüber den eigenen Mitgliedern und rigorose Moralvorstellungen, die die Gemeinde schließlich um 1890 eingehen ließ. Der Vortrag wird durch einige Bilder aus meinem Privatarchiv komplettiert, die bislang noch nicht öffentlich gezeigt wurden.

Parker Palmer - Myth of the Individual/Die Legende vom "Ich"

Parker Palmer ist für mich einer, wenn vielleicht sogar der wichtigste zeitgenössische Quäker. Noch immer habe ich die Übersetzungsrechte an seinem genialen Buch "Let your life speak" - eine Art spirituelle Autobiographie, mindestens so gut wie, nein, besser als Woolmans Journal! Leider habe ich den Plan, sein Buch ins Deutsche zu übersetzen, bislang nicht umsetzen können, weil ich andere Prioritäten gesetzt habe.